Die Wiedergeburt des Seeadlers

13. August 2003, 12:27
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Nach 1946 galt Österreichs Wappenvogel als ausgestorben - Dank eines WWF-Projektes wird nun wieder gebrütet

Wien - Noch vor drei Jahren stand es schlecht um Österreichs Wappentier - den Seeadler. Die letzte Brut wurde im Jahr 1946 registriert, danach galt der majestätische Vogel in Österreich als ausgestorben. Nach nur drei Jahren gezielter Projektarbeit gibt es zum heurigen Abschluss eine Jubelmeldung: "Drei Brutpaare haben insgesamt fünf Junge aufgezogen. Damit können wir unser Projekt mit einem unerwartet großen Erfolg abschließen", freute sich WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl.

Zwar gab es in Ostösterreich schon seit längerem Seeadler, die aus ihrer nordosteuropäischen Heimat einflogen, um hier zu überwintern. Doch erst seit dem Schutzprojekt blieben die Vögel auch wieder zum Brüten. Schon das erste Seeadlerküken, dass 2001 in Ostösterreich geschlüpft war, galt als Sensation im Artenschutz. Im darauf folgenden Jahr gab es bereits zwei Brutpaare und drei Junge. Die fünf Jungvögel im heurigen Jahr bilden den krönenden Abschluss des Vorzeigeprojektes.

"Vorsicht Gift!"

Zeitgleich stieg auch die Anzahl der überwinternden Vögel von 70 auf geschätzte 100 Tiere. "Wir haben in den drei Jahren ein sehr gut funktionierendes Netzwerk von über hundert Seeadler-Beobachtern aufgebaut", so Jahrl. Das heimische Wappentier waren regelmäßig großen Gefahren ausgesetzt: Zum einen durch Störung der Brutgebiete, zum anderen durch illegale Giftköder, die ein Rückkehr des Seeadlers lange Zeit verhindert hatten.

Deshalb werde man sich seitens des WWF im Anschluss an das Projekt auf dieses Kernproblem konzentrieren, betonte die Artenschutzexpertin. Die Aktion "Vorsicht Gift!" wird im kommenden Winter wieder aufgenommen und intensiviert. Jahrl: "Mit Hilfe der österreichischen Bevölkerung wollen wir dafür sorgen, dass kein Seeadler mehr den grausamen Gifttod sterben muss." Das Seeadler-Projekt wurde von BirdLife, den Nationalparken Donau-Auen und Neusiedler See-Seewinkel sowie dem Naturhistorischen Museum und der NÖ Landesregierung unterstützt. (APA)

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    Gerettet: der Seeadler

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