Hirnstrommessen im Himalaya

8. Oktober 2003, 10:42
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Grazer Firma ermöglicht Biodatenerfassung mittels PocketPC

Bei einer Reihe von spezialisierten Anwendungen beginnt man die Computerleistungen von PocketPCs zu nützen. Jüngstes Beispiel für diese Art von Produkten ist das Monitoringgerät "g.Mobilab", mit dem Biosignale mobil erfasst werden können und das von der Grazer Firma Guger Technologies hergestellt wird. Nebst speziellen Messgeräten kommt dabei ein gewöhnlicher PocketPC zum Einsatz.

70 Stunden Datenspeicher

Das g.Mobilab kann bis zu acht unterschiedliche Biosignale erfassen, die auf dem PocketPC aufgezeichnet und ausgewertet werden. Gemessen werden unter anderem Gehirn-, Herz- und Muskelaktivitäten sowie Augenbewegungen, Puls oder die Sauerstoffsättigung; bis zu 70 Stunden an Daten können gespeichert werden. Synchron zu den Biosignalen wird der aktuelle Aufenthaltsort einer Versuchsperson mithilfe eines GPS-Moduls (Global Positioning System) erfasst, womit sich Veränderungen beobachten lassen, die im Zusammenhang mit der Meereshöhe stehen.

Experimente zur Gehirnaktivität

Diese Möglichkeit wurde in Nepal von zwei Teilnehmern einer Bergexpedition verwendet, um Experimente zur Gehirnaktivität in großer Höhe durchzuführen. Verfolgt wurde der Aufstieg der beiden Bergsteiger von 700 Meter Höhe auf den Gipfel des Chulu Far West in 6411 Meter Höhe.

Die Daten können mithilfe von Funknetzen wie GSM oder UMTS an einen Arzt oder Expeditionsleiter übertragen werden; das g.Mobilab wird so zum Instrument für Telemedizin. Das g.Mobilab kostet ab 4200 Euro; der Hersteller, die Grazer Guger Technologies (g.tec), sind auf biomedizinische Signalauswertungen spezialisiert. (spu/DER STANDARD, Printausgabe vom 8.8.2003)

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