Jordanische Medien sehen in Chalabi Urheber des Botschaftsanschlags

9. August 2003, 12:46
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INC-Chef für "Hetzkampagne" verantwortlich gemacht

Amman/Bagdad - Jordanische Medien haben am Freitag den Chef des "Irakischen Nationalkongresses" (INC), Ahmed Chalabi, beschuldigt, Urheber des verheerenden Bombenanschlags auf die jordanische Botschaft in Bagdad vom Vortag gewesen zu sein. Chalabi, den ein jordanisches Gericht 1992 in Abwesenheit wegen Betruges zu 22 Jahren Haft verurteilt hatte, habe in den Tagen vor der Explosion der Autobombe eine Hetzpropaganda gegen Jordanien in Gang gesetzt, betonten die Medien in Amman.

Tatsächlich hatte Chalabi, der im September turnusmäßig den Vorsitz des von den USA eingesetzten provisorischen "Regierungsrates" übernehmen soll, in den vergangenen Tagen scharf kritisiert, dass der jordanische König Abdullah II. zwei Töchtern des entmachteten Staatschefs Saddam Hussein aus humanitären Gründen Asyl gewährt hat. "Chalabi, der irakische Präsident für den kommenden Monat, greift Amman wegen der Aufnahme der Töchter an" lautete eine Überschrift auf der Internet-Seite seiner Bewegung am Donnerstag. Chalabi warf den Jordaniern außerdem vor, andere irakische Flüchtlinge schlecht zu behandeln. (APA/dpa)

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