AK gegen Senkung der KöSt

11. August 2003, 18:43
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Österreich gehöre für Unternehmen zu billigsten EU-Ländern

Wien - Die Arbeiterkammer (AK) sieht in der aktuellen Debatte um die Steuerreform viel Handlungsbedarf, jedoch nicht wie die Regierung bei der Körperschaftssteuer (KöSt). Die AK hat die effektiv zu bezahlenden KöSt-Sätze in Europa verglichen und kommt zum Schluss, dass Österreich unter den billigsten EU-Ländern gereiht ist, nur knapp unterboten von Portugal und etwas deutlicher von Irland.

Beim nominellen KöSt-Satz liege Österreich mit 34 Prozent an sechster Stelle, beim effektiven KöSt-Satz nur an 13. Stelle. Dabei wurde die gezahlte KöSt zum "gross operating profit" in Beziehung gesetzt, dem Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit vor Abschreibungen. So kommt für Österreich ein effektiver Steuersatz von 17,67 Prozent heraus, der EU-Durchschnitt liegt bei 26,86 Prozent.

Billigsteuerland

Wird die KöSt-Leistung durch den Jahresüberschuss der Gesellschaften dividiert, dann bleibe Österreich im EU-Vergleich ebenfalls ein Billigsteuerland. Auch wenn man das KöSt-Aufkommen in Relation zum Bruttoinlandsprodukt setze, habe Österreich mit 1,7 Prozent die niedrigste Steuerbelastung in der EU.

Warum Österreich als einziger entwickelter Industriestaat weder eine das Finanzvermögen wirksam erfassende Erbschafts- und Schenkungssteuer noch eine Vermögenssteuer habe, sei völlig uneinsichtig. Gefordert wird eine Steuerentlastung für Bezieher kleiner Einkommen. (APA, Der Standard, Printausgabe, 09.08.2003)

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