Salomonen: Rebellenführer stimmt Entwaffnung zu

11. August 2003, 12:16
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Berüchtigter Kriegsherr Keke gibt Tod von sechs Geiseln bekannt

Honiara - Zwei Wochen nach Eintreffen einer internationalen Eingreiftruppe auf den Salomonen hat der berüchtigte Warlord Harold Keke am Freitag der Entwaffnung seiner Miliz zugestimmt. "Wir sind übereingekommen, dass sie ihre Waffen noch in dieser Woche aushändigen werden", sagte der Leiter der von Australien geführten Befriedungsmission, Nick Warner, nach einem Gespräch mit Keke. Sechs anglikanische Missionare, die Kekes Miliz entführt hatte, seien nach Angaben des Rebellenführers getötet worden, sagte der australische Diplomat.

Über die Umstände des Todes der sechs Geiseln wurde zunächst nichts bekannt. Im Juli hatten die Rebellen drei Missionare freigelassen. Seit vier Jahren terrorisieren Kekes Gefolgsleute die Bewohner an der Südküste der größten Salomonen-Insel Guadalcanal. Vergangenes Jahr brüstete er sich damit, einen Minister persönlich umgebracht zu haben. Er behauptete unlängst, mit einer Untergrundarmee für die Unabhängigkeit von Guadalcanal zu kämpfen.

Das Parlament der in Chaos und Anarchie versunkenen Salomonen hatte vor einem Monat um die 2.300 Mann starke Interventionstruppe der Nachbarstaaten gebeten, nachdem bewaffnete Gruppen den größten Teil der Hauptinsel unter ihre Herrschaft gebracht hatten. Premierminister Sir Allan Kemakeza hatte die Hauptstadt Honiara aus Sicherheitsgründen verlassen. Der Interventionstruppe gehören auch Soldaten aus Neuseeland, Fidschi, Papua-Neuguinea und dem Königreich Tonga an.

Die Salomonen-Inseln sind seit Jahren Schauplatz ethnischer Konflikte. Auf dem Archipel mit knapp einer halben Million Einwohner sollen allein in diesem Jahr Dutzende der Gewalt bewaffneter Milizen zum Opfer gefallen sein. Als Hauptursache der Unruhen gelten anhaltende Spannungen zwischen Ureinwohnern auf der Hauptinsel Guadalcanal und Zuwanderern aus der Provinz Malaita. 93 Prozent der Bevölkerung sind Melanesier, vier Prozent Polynesier, 1,5 Prozent Mikronesier.

Ein Teil der Inselgruppe gehörte ab 1885 an zum damaligen deutschen Kolonialreich, den Rest übernahmen die Briten. 1920 kamen die deutschen Protektoratsgebiete unter australische Verwaltung. Seit 1978 sind die Salomonen eine unabhängige parlamentarische Monarchie im Rahmen des Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die britische Königin. (APA/AP)

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