Haselsteiner steigt bei Autostrade ein

10. August 2003, 20:27
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Der Strabag-Chef hat 30 Prozent des italienischen Autobahnbetreibers erworben - Nun wollen sie in den Reformländern aktiv werden

Die A-Way des österreichischen Bauunternehmers und Strabag-Chefs Hans-Peter Haselsteiner hat 30 Prozent der Autostrade International erworben. Dies bestätigte ein Sprecher der italienischen Autostrade SpA im Gespräch mit dem STANDARD. Die Unterschrift sei in den vergangenen Wochen erfolgt. Preis wurde keiner genannt. Ob Haselsteiner auch beim Mautbetreiber Europpass eingestiegen sei oder sich beteiligen werde, wurde nicht geklärt.

Osteuropa-Pläne

Autostrade und Strabag planen künftig gemeinsame Initiativen in Osteuropa. Autostrade soll sich dabei auf den Betrieb von Autobahnen und Mautsystemen, Strabag auf Infrastrukturen konzentrieren. Beteiligungsinteresse an dem österreichischen Straßenmonopolisten Asfinag werden, sollte sich die Gelegenheit bieten, nicht ausgeschlossen, sagen Insider. Die bisher hundertprozentige Tochtergesellschaft von Autostrade SpA, Autostrade International, errichtet in Österreich gemeinsam mit Kapsch als Technologielieferant das Lkw-Mautsystem und wird dieses auch betreiben.

Erste Internationalisierungschritte

Die Lkw-Maut wird, wie geplant, am 1. Januar 2004 in Kraft treten. Bei dem Zuschlag in Österreich handelt es sich um einen der ersten Internationalisierungsschritte der von der Benetton Familienholding Edizione Holding mehrheitlich kontrollierten Autostrade. Diese sei auch an der Privatisierung der französischen Autobahnen, Autoroutes du Sud (ASF) interessiert, hieß es in Unternehmenskreisen. ASF betreibt ein Drittel der mautpflichtigen französischen Autobahnen von insgesamt 2800 Kilometer.

Die internationale Rating Agentur Moody's hat die Autostrade zu Wochenmitte mit einem stabilen Ausblick und dem Rating A3 prämiert, das ist das höchste Rating für ein privates italienisches Unternehmen. Grund für die erstklassige Bewertung sei der vorteilhafte Cashflow, kommentieren Mailänder Finanzkreise die Moody's Entscheidung. Moody ist jüngst mit italienischen Konzernen nicht gerade glimpflich verfahren und hat die Kreditwürdigkeit Fiats auf "junk" abgestuft.

Allzeithoch

Die Autostrade Titel profitierten von der positiven Bewertung und notierten am Donnerstag am mit 12,74 Euro nahe dem Allzeithoch von 12,8 Euro. Die Autostrade Kurse legten seit Jahresbeginn ein Drittel zu. Der zu Jahresbeginn gestartete Umstrukturierung der Autostrade SpA soll bis Jahresende durch die Ausgabe eines Unternehmensbonds abgeschlossen werden.

Die norditalienische Unternehmerfamilie Benetton hatte im Februar dieses Jahres mit einem minimalen Einsatz die Mehrheit (84 Prozent) des europaweit größten Autobahnbetreibers Autostrade erworben. Die restlichen Anteile werden von den spanischen und portugiesischen Autobahnbetreibern Acesa und Briasa sowie Kreditinstituten gehalten. Autostrade betreibt in Italien 3400 der insgesamt 6500 Kilometer Autobahnstrecken. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD Print-Ausgabe, 8.8.2003)

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    Haselsteiner: Auf in den Osten.

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