Ergebnisse der Lancet-Studie

8. August 2003, 01:00
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Östrogen-Therapie trägt vier Mal größere Gefahr an Brustkrebs zu erkranken, als die Behandlung nur mit Östrogen

London - Die Hormontherapie gegen Wechseljahrs-Beschwerden mit zwei Wirkstoffen erhöht das Brustkrebsrisiko beträchtlich. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie, an der mehr als eine Millionen Frauen beteiligt waren. Nach dem im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichten Ergebnissen birgt die Gestagen-Östrogen-Therapie ein vier Mal größeres Risko, an Brustkrebs zu erkranken, als die Behandlung mit dem Hormon Östrogen allein.

Im Zuge der umfassenden Studie der Wissenschaftler vom Krebsforschungszentrum in Oxford um Valerie Beral wurden in den Jahren von 1996 bis 2001 etwa eine Millionen Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren untersucht. Von diesen Frauen bekam etwa die Hälfte eine Hormontherapie gegen Wechseljahrs-Beschwerden. Wie die Wissenschaftler feststellten, stieg die Zahl der Brustkrebserkrankungen mit der Dauer einer solchen Hormontherapie. Das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, sei für Frauen mit Hormontherapie, egal ob mit einem oder mehreren Wirkstoffen, um 22 Prozent höher als bei Frauen, die sich einer solchen Behandlung nicht unterzögen, hieß es weiter.

Pro tausend Frauen 19 Fälle zusätzlich

Pro 1.000 Frauen nach den Wechseljahren, die zehn Jahre Östrogene nehmen, kommen nach Berechnungen der Forscher 5 zusätzliche Krebsfälle hinzu. Bei der Gestagen-Östrogen-Therapie seien es 19.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Hormontherapie in den vergangenen zehn Jahren in Großbritannien bei Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren zu 20.000 zusätzlichen Fällen von Brustkrebs geführt hat. 15.000 dieser Fälle seien mit der Gestagen-Östrogen- Therapie in Verbindung zu bringen, hieß es. Nach den Worten Berals wird diese Behandlung gewöhnlich Frauen verschrieben, die noch eine Gebärmutter haben. Damit werde das höhere Gebärmutter-Krebsrisiko durch eine Behandlung nur mit Östrogen verringert. Sie empfahl Frauen in den Wechseljahren, die Möglichkeiten und Risiken mit ihrem Arzt zu besprechen. (APA/dpa)

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