Serbien: Umstrittener Sicherheitsberater des Premiers zurückgetreten

8. August 2003, 22:05
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Zoran Janjusevic wird der Geldwäsche beschuldigt

Belgrad - Der umstrittene Sicherheitsberater des serbischen Regierungschefs Zoran Zivkovic ist am Donnerstag zurückgetreten. Zoran Janjusevic, der seit Anfang 2001 auch als Sicherheitsberater im Kabinett des ermordeten Regierungschefs Zoran Djindjic arbeitete, war Mitte Juli von der Expertenpartei G17-plus der Geldwäsche beschuldigt worden. Nach Erkenntnissen der ungarischen Polizei soll es sich um 1,8 Millionen Euro handeln, die über Privatkonten von Janjusevic auf Zypern und den Seychellen auf mehrere Konten in Belgrad und in Westeuropa überwiesen worden seien.

An diesen vermeintlichen Geldüberweisungen soll auch Nemanja Kolesar, der einstige Kabinettschef von Zivkovic (zuvor von Djindjic) beteiligt gewesen sein. Kolesar, der zur Zeit Leiter der Regierungsagentur für Banksanierungen ist, bleibt vorerst noch im Amt. Auch die Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen in dieser Affäre eingeleitet. Erste Ergebnisse werden allerdings erst in zehn Tagen erwartet, verkündete Justizminister Vladan Batic am Mittwoch.

Laut der Belgrader Expertenpartei soll das Geld von der Privatisierung einer Zementfabrik stammen. Die Fabrik in der zentralserbischen Ortschaft Novi Popovac war im Jänner 2002 an die Schweizer Firma Holcim verkauft worden. Einen Monat später soll es zur ersten Geldüberweisungen über die Auslandskonten von Janjusevic gekommen sein. Janjusevic und Kolesar hatten die Vorwürfe der Expertenpartei entschlossen zurückgewiesen.

Kolesar soll zudem auch an dem äußerst unklaren Verkauf der staatlichen Stahlwerke an die Firma US-Steel Kosice Anfang des Jahres beteiligt gewesen sein. Bei der Privatisierung von Sartid waren die Firmenschulden in Höhe von 100 Millionen Euro bei einem deutsch-österreichischen Bank-Konsortium nicht berücksichtigt worden, weshalb das Konsortium auch bei einem Wiener Gericht Klage einreichte.(APA)

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