Sieben Tote bei Angriff auf Regierungsgebäude

8. August 2003, 22:04
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Opferzahl nach Explosion in Nordafghanistan steigt auf 35

Islamabad/Aktscha - Bei einem Angriff auf ein Verwaltungsgebäude im Südwesten Afghanistans sind am Donnerstag sieben Menschen getötet worden. Unbekannte hätten in der Stadt Descho nahe der Grenze zu Pakistan ein Haus der Bezirksverwaltung angegriffen und dabei sechs afghanische Soldaten und einen Fahrer getötet, der für eine US-Hilfsorganisation gearbeitet habe, berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. Sie berief sich dabei auf Sicherheitsbehörden der Provinz Helmand. Nähere Informationen zu dem Angriff lagen zunächst nicht vor.

Rebellenhochburg

Das Grenzgebiet zu Pakistan gilt nach Einschätzung der Regierung in Kabul als Rebellenhochburg. Anhänger der gestürzten radikalislamischen Taliban-Bewegung und des Kriegsherrn Gulbuddin Hekmatyar verüben regelmäßig Anschläge auf Regierungseinrichtungen und Vertreter westlicher Staaten.

Opferzahl nach Explosion im Norden steigt auf 35

Nach der heftigen Explosion bei einer Entwaffnungsaktion im Norden Afghanistans stieg die Zahl der Toten nach Polizeiangaben auf 35. Nach der Detonation am Montag im Bezir Aktscha war zunächst von 13 Toten die Rede gewesen. Ein Überlebender berichtete, es sei zu der Explosion gekommen, als Milizionäre eingesammelte Granaten, Raketen und Gewehre unachtsam auf eine Lkw-Ladefläche warfen.

Die Waffen waren am Wochenende im Zusammenhang mit der Entwaffnung von tausenden Mitgliedern irregulärer Milizen eingesammelt worden, die sich in den vergangenen Monaten immer wieder Schießereien geliefert hatten. Der stellvertretende Verteidigungsminister Abdul Rashid Dostum hatte die Aktion am Sonntag als Chef einer der Milizen gestartet. Dostums Angaben zufolge sollten etwa tausend entwaffnete Milizionäre nun Mitglieder der regulären afghanischen Armee werden. (APA/AFP/red)

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