Warnung vor defekten Brust-Implantaten

13. August 2003, 12:36
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Bei mindestens zweitausend deutschen Patientinnen wurden Implantate eingesetzt, bei denen Soja-Öl auslaufen kann

Hamburg - Hunderte von Frauen in Deutschland leben nach Informationen des NDR offenbar mit defekten Brust-Implantaten, ohne es zu wissen. Wie der Sender von der britischen Herstellerfirma AEI erfuhr, wurden zwischen 1995 und 1999 bei mindestens 2.000 deutschen Patientinnen Implantate eingesetzt, bei denen Soja-Öl auslaufen kann. Obwohl die Firma seit drei Jahren versuche, jene Frauen zu finden, hätten die Ärzte bisher nur 40 Prozent der Fälle gemeldet. Mehr als die Hälfte der Patientinnen wurde von ihrem Arzt demnach nicht informiert.

Es handele sich um so genannte Tilucent-Implantate, die für die Frauen erhebliche Gesundheitsgefährdungen bedeuten können. Bei fast allen Implantaten trete das Soja-Öl aus und könne zu Entzündungen und Geruchsbelästigungen führen, erfuhr der Sender von dem Unternehmen. Es sei unbekannt, ob es zu langfristigen Komplikationen kommen könne, da das Implantat nur kurze Zeit auf dem Markt war.

Noch bis Ende des Jahres übernehme AEI sämtliche Kosten für die Entfernung des Trilucent-Implantats, danach werde es aus rechtlichen Gründen keinen Schadensersatz mehr geben. Von Schwangerschaften und vom Stillen werde bis zur Entfernung des Implantats abgeraten, hieß es weiter. (APA/AP)

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