Petrovic: "Müssen Programm lauter in Öffentlichkeit tragen"

9. August 2003, 10:56
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Klubobfrau der niederösterreichischen Grünen kritisiert eigene Partei

Wien - Kritik an der eigenen Partei übt die Klubobfrau der Grünen im niederösterreichischen Landtag und Bundes-Vize der Grünen, Madeleine Petrovic, in der Donnerstag-Ausgabe des "Kurier". "Wir müssen unsere Programme noch lauter in die Öffentlichkeit tragen", wird die Grün-Politikerin zitiert. Hintergrund von Petrovics Besorgnis: "Es wird sehr bald die nächste Wahlkampfauseinandersetzung beginnen. Dass Jörg Haider jetzt Ruhe gibt, glaubt ja wirklich niemand."

Offensive zu Grundsicherung gewünscht

Die stellvertretende Bundesobfrau betont aber auch: die Grünen seien für einen allfälligen Urnengang gerüstet. "Finanziell sind wir konsolidiert, die Programme haben wir", so Petrovic. Allerdings wünscht sich Petrovic beim Thema grünes Grundsicherungsmodell eine Offensive der Bundespartei. Die Menschen hätten zwar die Pro- und Contra-Argumente zur Pensionsreform der Regierung gehört. "Wie ein sinnvolles Gegenmodell aussehen könnte, das die nächsten 30 Jahre hält, davon ist zu wenig in der Öffentlichkeit."

Dass Bundessprecher Alexander Van der Bellen kaum präsent ist, will seine Stellvertreterin nicht überbewerten: "Er war nie jemand, der sich mit Ellbogen an die Mikrophone gekämpft hat. Aber er ist nicht amtsmüde, das weiß ich", versichert Petrovic. "Ich glaube, er sammelt die Kräfte für eine Herbstoffensive - das wird auch gut sein." Es sei auch "okay", wenn der Herr Professor nicht täglich alles kommentiert. "Man kommt sonst schnell auf die Gusenbauer-Ebene, dass man für einen Neuigkeitswert mit irgendjemandem essen gehen muss."(APA)

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