Analysten: T-Online wird Gewinnschwelle im 2. Quartal knapp verfehlen

12. August 2003, 10:31
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Für Dax-Anwärter mehr Umsatz und EBIT, aber Nettoverlust erwartet - Gewinnschwelle bisher für 2004 anvisiert

Der deutsche Internet-Anbieter T-Online hat nach Analysten-Einschätzung im zurückliegenden Quartal seinen Umsatz erneut kräftig gesteigert, wird jedoch das erstmalige Erreichen der Gewinnschwelle knapp verfehlen. Erwartet werden die Quartalszahlen für 12. August.

Die 16 von Reuters befragten Analysten rechnen für das zweite Quartal 2003 im Durchschnitt damit, dass T-Online seinen Umsatz auf Grund weiterer Kundenzuwächse auf 450 Mio. Euro von 367 Mio. Euro im Vorjahr gesteigert hat. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) hat sich den Prognosen zufolge auf 76 Mio. Euro von 42 Mio. Euro erhöht. Unter dem Strich erwarten die Experten jedoch einen Verlust von 15 Mio. Euro nach einem Minus von 46 Mio. Euro vor Jahresfrist. Das Erreichen der Gewinnschwelle hat T-Online bisher für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.

Nachdem der größte europäische Internet-Anbieter im ersten Quartal wegen erhöhter Online-Nutzung während des Irak-Krieges unerwartet gut abgeschnitten hatte, könnte T-Online seine bisher konservative Geschäftsprognose für das Gesamtjahr anheben. "Wir sind vorsichtige Kaufleute und wollen erst noch die Entwicklung im zweiten Quartal abwarten, eher wir die Prognosen anheben", hatte Vorstandschef Thomas Holtrop Mitte Mai gesagt. Finanzchef Rainer Beaujean sah das Unternehmen damals am oberen Ende der Ebitda-Prognose für 2003 von 180 bis 210 Mio. Euro.

Der Aktienkurs des größten Titels im Technologieindex TecDax ist seit der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal um knapp ein Drittel auf 9,21 Euro gestiegen. Einen weiteren kräftigen Schub könnte der Kurs durch die mögliche Aufnahme der T-Online-Titel in den Dax erleben. Die Entscheidung zwischen den beiden Favoriten für den Dax-Einzug, T-Online und Continental, fällt die Deutsche Börse am 19. August.

T-Online ist eine 72-prozentige Tochter der Deutschen Telekom, dem größten europäischen Telekom-Konzern. Mit derzeit 12,5 Mio. Internet-Kunden ist die Online-Tochter vor dem französischen Konkurrenten Wanadoo der größte Internet-Anbieter in Europa. Weltweit ist AOL mit mehr als 33 Mio. Kunden Marktführer. (APA)

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