Mit Ostwind will AUA aus Verlustzone fliegen

13. August 2003, 09:43
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Sars und Irakkrieg drücken das Ergebnis - Osteuropa und Swiss-Lücke sollen Bilanz retten - mit Infografik

Wien - Das Ergebnis der Austrian Airlines Gruppe hat sich im ersten Halbjahr stark verschlechtert. Zusätzlich zum schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zogen die Atemerkrankung Sars und der Irakkrieg tiefe Spuren in der Halbjahresbilanz, beschreibt AUA-Chef Vagn Soerensen. Der Umsatz der Gruppe (AUA, Tyrolean und Lauda) sackte um 8,7 Prozent auf 941,3 Mio. Euro ab, das Ergebnis vor Steuern drehte von vier Mio. Euro Gewinn auf 28,6 Mio. Euro Verlust.

Dennoch gab Soerensen einen positiven Ausblick auf das Gesamtjahr, das er mit einem ausgeglichenen oder leicht positivem Ergebnis erwartet. Die AUA-Gruppe habe frühzeitig, bereits Anfang Februar, auf die neuerlichen Krisen mit kurzfristigen Einsparungen reagiert, die zehn Prozent der Kosten hereinbrachten; fünf Prozent davon sollen nachhaltig wirksam bleiben. Flottenbereinigung, Investitions- und Personalstopp würden ihre Wirkung zeigen, und jetzt sei man wieder in der Offensive, um die Lust am Fliegen zu steigern.

Gewinnzone

Nach den Einsparungen soll ein "Neustart des Produkts" im Herbst die Airline wieder in die Gewinnzone bringen. Der Eckpunkt der Strategie sei, die starke Präsenz der AUA in Ost- und Zentraleuropa auszubauen und den Carrier nachhaltig in diesem profitablen Nischenbereich zu etablieren, sagte Soerensen. Bereits jetzt würde die AUA die größte Anzahl der Destinationen (28) vor der polnischen LOT (24), dem Allianzpartner Lufthansa (23) und der British Airways (17) bedienen. Durch den EU-Beitritt wird der Ost-West-Transfer für die AUA künftig durch neue Flugrechte erleichtert.

Die Lücke, die von der schrumpfenden Swiss im Angebot hinterlassen wird, will man schon schließen ehe die Schweizer Gesellschaft ihr Streckennetz reduziert. Die Probleme der Swiss, sagt Marketing-Vorstand Josef Burger, "sind die Bremsspuren des Verdrängungswettbewerbs". So wird unter anderem die Frequenz der Flüge nach Peking von drei auf vier erhöht und andere Flüge aufgestockt.

Tyrolean verschwindet

Um einen geschlosseneren Marktauftritt zu gewährleisten, soll im Herbst Tyrolean "näher an die Marke AUA herangeführt werden", sagte Burger. Details wollte der Vorstand nicht nennen, aber offensichtlich ist es das Ziel, mittelfristig nur noch unter den Marken AUA für den Linienverkehr und Lauda für den Ferien- und Chartermarkt aufzutreten.

Mit beitragen zur Sanierung sollen auch die Piloten der AUA: Burger bezifferte das Sparziel bis 2008 auf 30 Millionen Euro, 35 Prozent des derzeitigen Aufwands für Piloten. Verhandlungen dazu werden am Sonntag beginnen, die Personalvertretung der Piloten sprach am Donnerstag von einer "letzten Chance für den Vorstand". (spu/DER STANDARD Print-Ausgabe, 8.8.2003)

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AUA

  • AUA-Chef Vagn Soerensen präsentierte am Donnerstag ernüchternde Zahlen

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