Trintignant an heftigen Schlägen ins Gesicht gestorben

14. August 2003, 14:35
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Unfall-These nach Streit mit Rockstar Cantat widerlegt

Paris - Die französische Schauspielerin Marie Trintignant ist an heftigen Schlägen ins Gesicht gestorben, die sie in der Nacht zum 27. Juli beim Streit mit dem Rockstar Bertrand Cantat erlitt. Wie der Pariser Anwalt der Familie Trintignant, Georges Kiejman, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte, ist dies das Ergebnis des Abschlussberichtes, den GerichtsmedizinerInnen nach Trintignants Autopsie vorlegten. Das Ergebnis sei nicht mit Cantats Angaben zu vereinbaren, er habe seine Freundin nur geohrfeigt und diese habe sich bei einem anschließenden unglücklichen Sturz lebensgefährlich verletzt, betonte Kiejman.

Wiederholte Schläge

Nach Angaben des Anwalts war das Hirnödem, das die ÄrztInnen eines Krankenhauses in Neuilly bei Paris für den Tod Trintignants am 1. August verantwortlich gemacht hatten, die unmittelbare Folge heftiger und wiederholter Schläge und Erschütterungen. Die 41-Jährige habe zudem gebrochene Nasenknochen gehabt; bei einer ersten Notoperation am 27. Juli im litauischen Vilnius aufgenommene Fotos zeigten das Ausmaß der Verletzungen.

Cantat drohen 15 Jahre Haft

Der Autopsiebericht wurde laut Kiejman am Mittwoch zu den Akten der Pariser Untersuchungsrichterin gelegt, die gegen Cantat wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. In Litauen, wo Cantat derzeit in Untersuchungshaft sitzt, werfen die AnklägerInnen dem Sänger und Gitarristen der populären Band Noir Désir Totschlag vor; ihm drohen deswegen 15 Jahre Haft. Trintignants Tod löste in Frankreich eine breite Debatte über Gewalt gegen Frauen aus.

Einer der letzten Filme der Actrice, "Les Marins perdus" der französischen Filmemacherin Claire Devers ("La petite voleuse de Lubin"), wurde gestern, Mittwoch, im Wettbewerbsprogramm der 56. Internationalen Filmfestspiele von Locarno präsentiert. Im Mittelpunkt des Films nach einem Roman von Jean-Claude Izzo stehen drei Matrosen und zwei Frauenfiguren. (APA/AFP)

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