Kein Geld für Bombensuche

7. August 2003, 18:10
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Trotz Verdacht auf 122 Bombenblindgänger in Salzburg zog sich der Bund völlig überraschend von Vergleich mit Stadt Salzburg zurück

Salzburg - Völlig überraschend hat die Finanzprokuratur am letzten Tag der Frist den geplanten Vergleich über die Aufteilung der Kosten für die Suche nach Bombenblindgängern in Salzburg widerrufen. "Der Bund versucht, sich aus seiner Verantwortung zu stehlen. Wir werden weiter prozessieren", kündigte der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden (SP) am Mittwoch empört an.

Weitere Verhandlungen Innenminister Ernst Strasser (VP) hat Schaden in einem Telefonat zwar weitere Verhandlungen angeboten. Doch der Bürgermeister bleibt dabei: "Die berechtigten Ansprüche der Stadt bleiben weiter aufrecht." Spätestens seit dem Unglück vor wenigen Wochen, als zwei Beamte des Entminungsdiensts bei einer Bombenbergung ums Leben kamen, "müsste der Ernst des Themas eigentlich klar sein", so Schaden.

122 Bombenblindgänger in Salzburg

Die Stadt Salzburg hat in den vergangenen Jahren Verdachtspunkte auf Bombenblindgänger auf städtischem Grund untersucht. Insgesamt wurden 122 Verdachtspunkte ausgewiesen. Da das Innenministerium für die Sondierung und Bergung keine Mittel bereitstellte, streckte die Stadt zunächst rund 860.000 Euro vor. Im Jänner, nach langwierigem Hin und Her, klagte die Stadt Salzburg schließlich auf Refundierung. Am 24. Juni wurde ein bedingter Vergleich abgeschlossen, der Bund sollte demnach 400.000 Euro übernehmen. (APA, simo, DER STANDARD Printausgabe 7.8.2003)

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