Verplempern der Zeit vorbei

7. August 2003, 18:10
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In Österreich sind Asylwerber verdammt zum zermürbenden Nichtstun - "Don't Wait"- Projekt, dass "alle, die hier leben auch arbeiten können

Wien - Im Kongo war Joseph Mluanda Kfz-Mechaniker, Zara Usamova arbeitete in Tschetschenien als Biochemikerin und Said Al Rahimi war im Irak als EDV-Programmierer beschäftigt. In Österreich sind sie Asylwerber - und damit verdammt zum zermürbenden Nichtstun. Im Gegensatz zu Politik und Behörden, die Asylwerber zum sinnlosen Zeitverplempern zwingen, will das Projekt "Don't Wait" durchsetzten, dass "alle, die hier legal leben auch legal arbeiten können".

"Don' t Wait" ist ein gemeinsames Projekt von zahlreichen NGOs, darunter Volkshilfe, Diakonie, Caritas und Integrationshaus. Finanzielle Unterstützung kommt vom Wirtschaftsministerium und vom Europäischen Sozialfonds.

Arbeit für Asylwerber

"Asylwerber nehmen weder Arbeitsplätze weg, noch sind sie auf Sozialleistungen aus. Sie wollen ihre Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen", sagt Projektkoordinator Stephan Amann. Mit einer bundesweiten Plakataktion soll dieser Standpunkt nun klar gemacht werden.

Derzeit befinden sich bei "Don't Wait" rund 200 Asylwerberinnen und Asylwerber in arbeitsmarktbezogener Beratung. Dabei können mehr als 30 verschiedene Kursangebote genutzt werden. Ziel ist es, ein reales Berufsbild zu formulieren und erste Schritte in Richtung Arbeitsmarktintegration zu setzen.

Selbstständig erwerbsfähig werden

Durch ein spezielles Programm erhalten Flüchtlinge erstmals auch die Möglichkeit, selbstständig erwerbsfähig zu werden. So bietet z. B. ein äthiopischer Marathonläufer, der seit zehn Jahren auf der Flucht ist und vor zwei Jahren in Österreich landete (DER STANDARD berichtete), nun Lauftraining an. (simo, DER STANDARD Printausgabe 7.8.2003)

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