Meteoritenforscher sehen keine akute Impact-Gefahr

11. August 2003, 20:45
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NASA hat rund 2000 Himmelsobjekte unter Beobachtung

Nördlingen - Der Erde droht nach Angaben von Experten in absehbarer Zukunft keine akute Gefahr durch einen Meteoriteneinschlag. Bei der 3. Internationalen Konferenz über Meteoriteneinschläge in Nördlingen sagte der Geologe Thomas Kenkmann (Berlin) am Mittwoch, statistisch gesehen schlage alle 1.000 bis 2.000 Jahre ein größerer Meteorit auf der Erdoberfläche ein, der einen Krater von rund einem Kilometer Durchmesser bilde. Das wäre zwar eine lokale Katastrophe, gefährde aber die Menschheit nicht. Doppelt so viele Meteoriten würden im Wasser landen, da die Erde zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt ist.

Ein Meteoriteneinschlag wie vor 65 Millionen Jahren, durch den die Dinosaurier ausgestorben sind, sei alle 150 bis 200 Millionen Jahre wahrscheinlich. Damals hatte ein Himmelskörper von 14 Kilometern Durchmesser einen fast 200 Kilometer großen Krater in Mexiko verursacht. Kenkmann: "Einen solchen Einschlag würde die Menschheit vermutlich nicht überleben." Die US-Weltraumbehörde NASA hat nach Kenkmanns Angaben rund 2000 Himmelsobjekte unter Beobachtung, die im Durchmesser größer als einen Kilometer sind und "irgendwann" auf die Erde stürzen oder nahe an ihr vorbei fliegen könnten.

Auf der Tagung wurden erstmals Ergebnisse seismischer Untersuchungen zu dem 2002 in der Nordsee entdeckten Krater "Silverpitt" vor der Küste Englands vorgelegt. Der Krater habe einen Durchmesser von sieben Kilometer und sei vermutlich in der Kreidezeit vor rund 70 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden, sagte Kenkmann. (APA/dpa)

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