Übergangsrat fordert mehr Kompetenzen

8. August 2003, 07:16
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US-Verwaltung soll Verantwortung für die Sicherheit abgeben - Proteste von Turkmenen gegen Regelung des Übergangsrates

Bagdad - Der von den USA eingesetzte provisorische "Regierungsrat" im Irak hat angesichts der anhaltenden Rechtlosigkeit im Lande die US-Verwaltung aufgefordert, ihm die Verantwortung für die Sicherheit zu übertragen. Das 25-köpfige Gremium, dessen Beschlüsse nur mit Genehmigung von US-Verwalter Paul Bremer Wirksamkeit erlangen, dürfte damit auf die Weigerung der Arabischen Liga vom Dienstag reagieren, ihn als legitime Vertretung des Irak anzuerkennen.

US-Soldaten nehmen 18 Verdächtige fest

US-Soldaten haben indessen bei ihren Razzien am Mittwoch einen irakischen Angreifer erschossen und 18 Verdächtige festgenommen. US-Militärsprecher berichteten, amerikanische Soldaten hätten in der Stadt Samarra einen bewaffneten Iraker erschossen, als dieser eine Patrouille angreifen wollte.

Augenzeugen berichteten dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera (Katar), ein Iraker sei in Bagdad ums Leben gekommen, als er in der Nähe von US-Soldaten einen Sprengsatz habe zünden wollen. Ein dritter Iraker starb, als unter mysteriösen Umständen ein Lastwagen vor einem Chemikaliengeschäft explodierte. Die US-Armee erklärte, sie habe mit Hilfe irakischer Informanten in den vergangenen zwei Tagen mehrere größere Waffenverstecke von Anhängern des alten Regimes entdeckt.

Demonstration

Vor dem Gebäude der Zivilverwaltung in Bagdad fanden sich rund tausend Angehörige der turkmenischen Minderheit zu einer Demonstration zusammen. Die Turkmenen, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung bei etwa zwei Prozent liegt, halten den einen für sie reservierten Sitz im Übergangsrat für nicht ausreichend. (APA/AFP/dpa)

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    Demonstration in Bagdad der turkmenischen Minderheit.

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