Madagaskar: Gericht verurteilte Ex-Präsident in Abwesenheit

7. August 2003, 16:13
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Zehn Jahre Strafarbeit für Ratsiraka wegen Veruntreuung von Staatsgeldern

Antananarivo - Der im Exil lebende Ex-Präsident von Madagaskar, Didier Ratsiraka, ist in seiner Heimat wegen Unterschlagung von Staatsgeldern verurteilt worden. Der Strafgerichtshof in der madagassischen Hauptstadt Antananarivo verhängte am Mittwoch gegen den früheren Staatschef zehn Jahre Strafarbeit. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Ratsiraka im Juni 2002 vor seiner Flucht ins französische Exil knapp 50 Milliarden Madagassische Franc (rund sieben Millionen Euro) aus einer Filiale der Zentralbank veruntreut haben soll.

Ratsiraka war von 1975 bis 1993 und erneut von 1997 bis 2001 Staatschef der Insel vor der Südostküste Afrikas. Nach dem Sieg seines Kontrahenten Marc Ravalomanana im Dezember 2001 weigerte sich der Ex-Präsident sieben Monate lang, den Wahlergebnis anzuerkennen. Wegen der anhaltenden Spannungen zwischen den Anhängern der Kontrahenten stand Madagaskar vor der Spaltung. (APA/AFP)

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