Acht von 15 Staaten sagen Ja

18. August 2003, 19:23
22 Postings

Absicherung für gleichgeschlechtliche Paare in EU mehrheitlich möglich

In Österreich ist die gesetzliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare immer noch Zukunftsmusik. In einer Mehrzahl von EU-Mitgliedsstaaten – acht der derzeit 15 – hingegen existieren bereits entsprechende Regelungen.

Etwa in den Niederlanden, den weltweiten Vorreitern in Sachen Lesben- und Schwulenrechte. Seit 1. April 2001 können dort Homosexuelle vor den Standesbeamten treten und sich das Jawort geben wie Mann-Frau-Paare auch. Die jetzige, christdemokratisch dominierte Regierung ist von der Homo-Ehe, die ihre sozial-liberale Vorgängerin ausgehandelt hat, nicht begeistert. "Aber sie ist nun einmal da", sagt der protestantische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende.

Auch in Belgien können sich gleichgeschlechtliche Paare standesamtlich trauen lassen. Das Gesetz dazu ist im Juni 2003 in Kraft getreten. In Frankreich besteht für Lesben und Schwule seit 1999 die Möglichkeit, den so genannten "zivilen Solidaritätspakt" (Pacs) einzugehen: Damit können sie gemeinsame Versicherungen und Mietverträge abschließen, soziale Leistungen und steuerliche Vorteile lukrieren. Der Pacs gilt für heterosexuelle Paare ebenso.

In Deutschland existiert seit 1. August 2001 die eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle. Beide Partner haben das Recht, einen gemeinsamen Nachnamen zu führen. Noch eheähnlicher sind die eingetragenen Lebensgemeinschaften in Dänemark, Schweden und Finnland. Auch in Portugal wurde Lesben und Schwulen eine solche Möglichkeit eröffnet – wie übrigens auch in den Beitrittsstaaten Ungarn und Kroatien.

Konkrete Pläne für eine Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften werden derzeit in Großbritannien gewälzt, während in Spanien die rechtliche Absicherung zwar nicht gesamtnational, dafür aber in einer ganzen Reihe von Regionen möglich ist. (bri/DER STANDARD, Printausgabe, 7.8.2003)

Share if you care.