Schäuble als Präsident bevorzugt

7. August 2003, 19:01
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Diskussion in der Union über den Nachfolger für Johannes Rau - Mit Kommentar

Berlin/Wien – Die Diskussion darüber, wer nächster deutscher Bundespräsident wird, hat durch eine Umfrage an Spannung gewonnen: In einer Umfrage für das Magazin Stern sprachen sich überraschend 47 Prozent für den früheren CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble aus.

Der frühere Kanzlerkandidat der Union, Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, wird nur von 26 Prozent favorisiert. Selbst im Freistaat Bayern liegt Schäuble mit 46 Prozent klar vor Stoiber (34 Prozent). Dass Schäuble seit einem Attentat im Rollstuhl sitzt, ist für 79 Prozent kein Hindernis.

Stoiber hat bisher ein Interesse dementieren lassen, Schäuble hält sich bedeckt. Bernhard Vogel, der vor kurzem als Ministerpräsident von Thüringen zurückgetreten ist, wäre auf jeden Fall willens anzutreten. Der CDU-Politiker ist der einzige, der Regierungschef eines ostdeutschen und westdeutschen Bundeslandes – Rheinland-Pfalz – war, was ein Vorteil ist.

Auch Parteichefin Angela Merkel wird immer wieder für das höchste Amt im Staate genannt, aber nur von denjenigen, die sie auf diesem Posten abgeschoben sehen wollen. Merkel wird wohl um die Kanzlerkandidatur kämpfen.

Dass sich die Debatte auf Politiker aus den Reihen der Union konzentriert, liegt an den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen in Deutschland. Der Nachfolger von Johannes Rau wird wie in Österreich im Mai 2004 gewählt und zwar von der Bundesversammlung. Sie besteht aus den Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Landesparlamenten nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt werden. Derzeit haben CDU/CSU und FDP dort mit 610 Stimmen die Mehrheit. (DER STANDARD, Printausgabe, 7.8.2003)

Von Alexandra Föderl-Schmid

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    Würde er sich zur Wahl des deutschen Bundespräsidenten aufstellen lassen? Schäuble hält sich bedeckt.

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