Commerzbank-Gewinn steigt trotz höherer Risikovorsorge

8. August 2003, 13:15
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Drittgrößte Bank Deutschlands erhöhte Risikovorosorge

Frankfurt - Die Commerzbank hat im zweiten Quartal dank eines starken Handels- und Zinsergebnisses mehr verdient als erwartet. Allerdings erhöhte Deutschlands drittgrößte Bank ihre Risikovorsorge für faule Kredite. Dem Ergebnis half, dass im zweiten Quartal kein Restrukturierungsaufwand verbucht wurde - in den ersten drei Monaten waren es noch 104 Mio. Euro.

Bankchef Klaus-Peter Müller bekräftigte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Mittwoch in Frankfurt, sein Haus werde nach dem verlustreichen Vorjahr 2003 wieder in die Gewinnzone zurückkehren und sich jetzt auf das Ertragswachstum konzentrieren. Ein zusätzlicher Stellenabbau sei nicht geplant.

Nach Steuern verdiente die Commerzbank im zweiten Quartal 70 (erstes Quartal: drei) Mio. Euro, der Gewinn lag damit über dem Durchschnitt der Schätzungen von Analysten, die 53 Mio. Euro erwartet hatten. Die Branchenexperten zeigten sich aber vor allem wegen der erhöhten Risikovorsorge enttäuscht und äußerten sich für das operative Geschäft der Bank zurückhaltender als Bankchef Müller.

Der Kurs der Commerzbank-Aktie rutschte bis zum Mittag um fast sechs Prozent auf 13,32 Euro ab, sie war damit zeitweise größter Verlierer im Börsenbarometer Dax und auch größter Verlierer im Index des europäischen Bankensektors. (APA/Reuters)

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