U-Bahn Brandanschlag: Keine Todesstrafe für Feuerleger

8. August 2003, 20:39
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200 Tote in Südkorea durch einen brennenden mit Benzin gefüllten Behälter

Seoul - Der Verantwortliche für einen verheerenden Brandanschlag auf die U-Bahn in der südkoreanischen Stadt Daegu hat eine lebenslange Haftstrafe erhalten. Ein Gericht in der Millionenmetropole befand den 56-jährigen Kim Dae Han am Mittwoch der Brandstiftung und des Mordes für schuldig. Demnach hat er am 18. Februar in der U-Bahn von Daegu einen mit Benzin gefüllten Behälter in Brand gesetzt, was eine Explosion und in der Folge ein Flammenmeer auslöste.

Mindestens 198 Menschen kamen ums Leben, 147 wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe für den Angeklagten gefordert. Das Gericht lehnte dies jedoch ab, weil Kim Reue gezeigt habe und zum Zeitpunkt des Verbrechens offenbar nicht voll zurechnungsfähig gewesen sei.

Haftstrafen für U-Bahn-Fahrer

Zwei U-Bahn-Fahrer wurden zu Haftstrafen von vier und fünf Jahren verurteilt, zwei weitere U-Bahn-Angestellte zu je drei Jahren Gefängnis. Alle vier wurden der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden, da sie die Passagiere nicht in Sicherheit gebracht hätten. Drei weitere Angestellte erhielten Haftstrafen auf Bewährung. Staatsanwaltschaft und Verteidigung können binnen einer Woche Berufung gegen das Urteil einlegen. (APA)

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    Am 18 Februar 2003 starben bei der Explosion in der U-Bahn in Daegu 200 Menschen

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