Waldbrände bedrohen Touristenorte

8. August 2003, 15:21
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Feuer auch auf Elba ausgebrochen - Dutzende Tote in Portugal und Spanien gestiegen - Dutzende Tote im Süden Europas - Auch Kanada schwer betroffen

Lissabon/Madrid/Rom/Berlin/ Vancouver - Waldbrände bedrohen immer mehr Touristenziele. Auf der Insel Elba sind in der Nähe der Gemeinde Campo nell'Elba gefährliche Feuer ausgebrochen. Die Flammen, die zirka 100 Hektar Wald zerstört haben, bedrohen einige Gebäude, die evakuiert werden mussten. Flugzeuge des Typs Canadair versuchen seit Dienstag die Flammen zu löschen.

Über 30 Tote

Den in Südeuropa wütenden Bränden und der Hitze waren bis Mittwoch Nachmittag mehr als zwei Dutzend Menschen zum Opfer gefallen. Allein in Spanien und Portugal kamen bereits fast 30 Menschen ums Leben, wie die Behörden mitteilten. Allein in Portugal stieg die Zahl der Waldbrand-Opfer auf 14, fünf Tote gab es bisher in Frankreich. In Spanien starben 13 Menschen durch die Hitze.

Den in Südeuropa wütenden Bränden und der Hitze waren bis Mittwochnachmittag Dutzende Menschen zum Opfer gefallen. Allein in Spanien und Portugal kamen bereits fast 30 Menschen ums Leben, wie die Behörden mitteilten.

Portugal entspannt

Nach den katastrophalen Waldbränden hat sich die Lage in Portugal entspannt. Im mittleren Teil des Landes, der am stärksten betroffen war, brachte die Feuerwehr am Mittwoch die meisten Brände unter Kontrolle. Jedoch wird eine neue Hitzewelle erwartet, die Waldbrandgefahr würde damit erneut ansteigen. Inzwischen haben portugiesische Polizisten 26 Menschen, die vermutlich Waldflächen angezündet haben, festgenommen.

Spanien und Frankreich durch Blitzeinschläge wieder aufgeflammt

Auch in Spanien und Frankreich ist die Gefahr noch nicht gebannt. Im südfranzösischen Département Alpes-Maritimes haben die Waldbrände am Mittwoch weiterhin unkontrolliert gewütet. Ein Feuer bei Nizza sei in der Nacht fünfmal durch Blitzeinschläge wieder aufgeflammt, teilten Zivilschutzbehörden mit.

Nächtliche Gewitter lösten in Spanien weitere Brände aus. Allein in der Umgebung von Madrid wurden vier Feuer registriert, die jedoch größtenteils rasch gelöscht werden konnten. In Italien brachen an der Ligurischen Küste und auf der Insel Elba ebenfalls Feuer aus. Vielfach behinderte starker Wind die Löscharbeiten.

Rekord in Deutschland

In Deutschland haben die Waldbrände einen traurigen Rekord erreicht: "Wir haben im ersten Halbjahr 2003 jetzt schon mehr Waldbrände als im gesamten letzten Jahr", sagte Staatssekretär Alexander Müller vom Bundeslandwirtschaftsministerium.

Anhaltende Hitze und ausbleibender Regen haben auch im kanadischen British Columbia die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Waldbrandkatastrophe gedämpft. Nur die Hälfte der 10.000 Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten, konnten bisher zurückkehren.

Toskana Brände

Die Feuerwehren aus der ganzen Region sind im Einsatz, um die Feuer einzudämmen. Auch in den Wäldern der Versilia, in der Nähe der toskanischen Küste wüten Brände. Die Flammen nahten sich den Ortschaften Cerrogrosso und Strinato in der Provinz Lucca. Einige Gebäuden mussten aus Sicherheitsgründen geräumt werden.

Region Ligurien

Auch in der Region Ligurien bleibt die Situation kritisch. Rauch und Asche trübten die Nacht in Genua, in dessen Hinterland seit über 24 Stunden ein wilder Brand wütet. Hektar von Pinienwäldern im nördlichen Raum der Provinz wurden vernichtet. Bedroht sind auch die TV- und Telefonanlagen auf dem Berg Moro. Ein starker Nordwind nährt die Brände. Die Polizei patrouillierte die Straßen und die Waldwege auf der Suche nach den Brandstiften. Die Behörden gehen davon aus, dass alle Brände gelegt wurden.

116 Brände seit Anfang der Woche

In ganz Italien wurden seit Anfang der Woche 116 Brände gemeldet, berichtete die Zivilschutzbehörde. Nach Schätzungen von Experten werden die Brände oft von Arbeitslosen gestiftet, die hoffen, bei der Feuerwehr Geld zu verdienen. Viele Brände werden in Zonen gelegt, die in Baugebiete umgewidmet werden sollen. Aber auch die anhaltende Hitze und der starke Wind seien eine explosive Mischung, die zur Entstehung von Bränden beitragen, meinten die Experten.(APA)

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