Erste Anfragen nach geklonten Rennpferden

13. August 2003, 12:27
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"Direkte und nahe liegendste Anwendung" - Klonfohlen Prometea sorgt für Diskussionen

Cremona - Die wissenschaftlichen Schöpfer des ersten Klon-Pferdes haben nach eigenen Angaben bereits Anfragen erhalten, geklonte Rennpferde zu liefern. Das sei "die direkte und nahe liegendste Anwendung" seiner Forschung, sagte der Wissenschaftler Cesare Galli der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Sein Forschungsteam hatte am Mittwoch die Geburt des ersten geklonten Fohlens bekannt gegeben.

Die Forscher vom Labor für reproduktive Technologie LTR im italienischen Cremona verfügten über das technische Know-how, um genetische Kopien der besten Rennpferde der Welt zu schaffen, sagte Galli weiter. "Das ist ein sicheres und einfaches Verfahren." Galli zufolge besteht Bedarf, weil 50 Prozent der Rennpferde kastriert sind.

"Prometea"

John Maxse vom britischen Jockey Club betonte allerdings, dass nach den geltenden Regeln geklonte Pferde bei Rennen nicht an den Start gehen dürften. "Rund 70 Länder haben ein internationales Abkommen unterschrieben, das alle Pferde für Rennen sperrt, die nicht natürlich gezeugt und geboren wurden", sagte Maxse der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefoninterview.

Das erste geklonte Fohlen "Prometea" war nach Angaben der Wissenschaftler um Galli bereits am 28. Mai in Italien geboren worden. "Prometea" ist demnach auch das erste Pferd, das von demselben Tier ausgetragen wurde, von dem auch die Klon-Zelle stammte. Dies hatten viele Wissenschaftler bislang für nicht möglich gehalten. (APA/Reuters)

Vgl. "Nature" (Bd. 424, S. 635)
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    Das erste Klonpferd Prometea

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