Medienberichte: Serbien bot Soldaten für Irak-Friedenstruppe an

7. August 2003, 12:03
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Keine offizielle Bestätigung aus Belgrad - Entscheidung leigt beim Ministerrat des Staatenbundes

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Zoran Zivkovic soll bei seinem Besuch in Washington vergangene Woche angeboten haben, 1.000 Soldaten Serbien-Montenegros im Rahmen der Friedenstruppen in den Irak zu entsenden. Ein entsprechender Bericht des US-TV-Senders CNN wurde in Belgrad am Mittwoch aber offiziell nicht bestätigt.

Während sich Zivkovic zu seinem angeblichen Angebot erst in den kommenden Tagen äußern will, meldete der Sender B-92, dass in den Kreisen des Staatenbundes, der Vorstoß als "verfrüht" bezeichnet wird.

Gerüchte lösen negative Reaktionen aus

Zudem muss der Beschluss über die Entsendung von Friedenstruppen von den zuständigen Institutionen des Staatenbundes gefasst werden und liegt nicht in der Zuständigkeit des serbischen Regierungschefs. In der serbischen Öffentlichkeit hat das vermeintliche Angebot laut den Medienberichten bereits negative Reaktionen ausgelöst. In der Bevölkerung ist eine anti-amerikanische Haltung - nicht zuletzt wegen der NATO-Angriffe im Zuge der Kosovo-Krise 1999 - durchaus verbreitet.

Der Außenminister Serbien-Montenegros, Goran Svilanovic, erklärte gegenüber der Tageszeitung "Danas" am Mittwoch, dass eine eventuelle Entsendung von serbisch-montenegrinischen Berufssoldaten eigentlich ein Thema der Gespräche mit dem UNO-Missionschef in Liberia, Jacques Klein, gewesen sei. "Wir haben unseren prinzipiellen Standpunkt geäußert, an so etwas interessiert zu sein", präzisierte Svilanovic.

Viz Korac: Serbien-Montenegro will prinzipiell Soldaten für weltweite UNO-Friedenseinsätze bereitstellen<&b>

Vizeregierungschef Zarko Korac sagte zum CNN-Bericht am Mittwoch in Belgrad, Serbien-Montenegro wolle Soldaten für weltweite UNO-Friedenseinsätze bereitstellen. Auf die konkrete Frage eines Irak-Einsatzes ging Korac vor Journalisten aber nicht ein. Die Entscheidung über die Entsendung von Truppen ins Ausland liege beim Ministerrat des Staatenbundes, sagte er.

Serbien und Montenegro waren noch im Frühjahr 1999 wegen der Kosovo-Krise Ziel dreimonatiger NATO-Luftangriffe. Der Staatenbund strebt eine Mitgliedschaft in der von der NATO geförderten Partnerschaft für den Frieden an.

Svilanovic und Zivkovic waren mit Klein im UNO-Sitz in New York zusammengekommen. Serbisch-montenegrinische Soldaten nehmen zur Zeit an den UNO-Missionen in Osttimor und im Kongo teil(APA)

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