Israelische Armee rückt in Jericho ein

7. August 2003, 18:53
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Achtzehn palästinensische Sicherheitskräfte festgenommen - Gleichzeitig begannen Häftlingsfreilassungen

Ramallah/Gaza - Am Mittwoch stießen israelische Truppen in die palästinensische Stadt Jericho vor. Nach ersten Informationen wurden mindestens acht Angehörige der palästinensischen Sicherheitskräfte von den Israelis festgenommen. In der Stadt befindet sich ein Trainingslager der so genannten Force 17, der Leibgarde des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat. In der vergangenen Woche waren Sicherheitsgespräche zwischen dem israelischen Verteidigungsminister Shaul Mofaz und dem palästinensischen Sicherheitsminister Mohammed Dahlan gescheitert.

Festnahmen mit Bedrohung der Road-Map begründet

Ein israelischer Armeesprecher wollte sich zu den Festnahmen nicht äußern. Der Sonderberater des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat, Nabil Abu Rudeina, sprach in einer ersten Reaktion von einem "sehr schweren Verstoß gegen die Waffenruhe" und einer Bedrohung des internationalen Friedens-Fahrplans. Er forderte, Israel müsse umgehend alle palästinensischen Häftlinge freilassen, sich aus allen wieder besetzten Städten des Westjordanlandes zurückziehen und die Blockaden aufheben.

Freilassungen

Nach wochenlangen Verzögerungen hat Israel am Mittwoch 334 palästinensische Häftlinge freigelassen. Die Gefangenen aus vier israelischen Haftanstalten trafen am Nachmittag in Bussen an mehreren Kontrollpunkten im Westjordanland und im Gaza-Streifen ein. Nach Darstellung der palästinensischen Führung hätten die meisten der Freigelassenen nur noch kurze Haftstrafen zu verbüßen gehabt. Mehr als 90 weitere Gefangene, überwiegend Kleinkriminelle, sollen in Kürze freigelassen werden. Vor ihrer Freilassung mussten die Gefangenen, darunter eine Frau, eine Erklärung unterzeichnen, sich künftig nicht an terroristischen Aktivitäten gegen Israel zu beteiligen. (APA/dpa)

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