Die schwindelnde Höhen des Toten Gebirges

2. August 2003, 12:37
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Das Warscheneck zählt zu den beliebtsten Bergwanderzielen des Toten Gebirges, die Standseilbahn auf Wurzeralm und Frauenkarlift nehmen einem einen Teil des Anstiegs ab.

Das den Ostteil des Toten Gebirges überragende Warscheneck zählt zu den beliebtsten Bergwanderzielen des Gebietes, was nicht weiter wundert, nehmen einem doch die Standseilbahn auf die Wurzeralm und der Frauenkarlift einen erheblichen Teil des Anstiegs ab. So hat man genug Muße, sich an der wildromantischen Landschaft zu erfreuen und den fantastischen Ausblick zu genießen.

Allein der Anblick der mächtigen, gebankten Mauern des Frauenkars und des Brunnsteiner Kars faszinieren, vom Gipfel reicht die Sicht bis zu den Gletschern der Hohen Tauern, zu den Niederen Tauern, zu Grimming und Dachstein. Zum Panorama gehören natürlich auch die markanten Felszacken der Spitzmauer und des Großen Priel, die Haller Mauern, die Gesäuseberge und das Sengsengebirge am Rande des Nationalparks Kalkalpen.

Auch der Tiefblick auf die Wurzeralm mit der stark mäandrierenden Teichl beeindruckt. Der Bach verschwindet in einem Felsschacht und kommt erst viele Kilometer entfernt wieder als Karstquelle ans Tageslicht.

Auf den Gipfel des Warscheneck führen mehrere Routen, zu den schönsten zählt jene über den Südostgrat, der seit etlichen Jahren mit Stahlseilen versichert und daher relativ leicht zu begehen ist. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind jedoch Voraussetzung für diese Tour, ansonsten muss man die Normalroute über den Toten Mann wählen.

Der Fahrplan der Standseilbahn nimmt auf Frühaufsteher keine Rücksicht, daher sollte man eine Übernachtung auf der Wurzeralm in Erwägung ziehen, um den Anstieg zeitig beginnen zu können. Im Aufstieg bleibt man nur auf der Sonnseite, da kann es bei spätem Aufbrechen ungemütlich warm werden. Zudem vermindert ein früher Start die Gefahr, von einem Gewitter überrascht zu werden. Eine Abkürzung der Runde ist nicht möglich.

Die Route

Von der Bergstation der Standseilbahn steigt man in wenigen Minuten zum Linzerhaus ab und wählt dann die rote Markierung zur Talstation des Frauenlifts, der einem etwa 1½ Stunden erspart. Fährt der Lift nicht, wandert man in Richtung Loigistal und hält sich dann rechts auf dem rot markierten Südostgrat, auf dem es steil zur Höhe geht. Die Versicherungen befinden sich im letzten Drittel des Steiges. Gehzeit 3½ Stunden bzw. bei Liftbenützung 2 Stunden.

Zurück geht es - ebenfalls rot markiert - zum Toten Mann und über die Speikwiese zur Roten Wand. Dann windet sich der Steig steil zum Brunnsteiner See hinunter, von dem man gemütlich den Ausgangspunkt erreicht.

Gehzeit ab Gipfel 2½ Stunden. Gesamtgehzeit 6 bzw. 4½ Stunden, Höhendifferenz rund 1000 m. Kein Stützpunkt auf der Runde. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 98 (Liezen). (Bernd Orfer /DER STANDARD, Printausgabe vom 2./3.8.2003)

  • Standseilbahn Wurzeralm
    foto: land oö

    Standseilbahn Wurzeralm

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