Was in Österreich von der Rechtschreibreform blieb

13. August 2003, 12:08
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Jede(r) Zweite hält an den alten Schreibweisen fest, Tendenz sinkend - mit Umfrage: Wie halten Sie's damit?

Linz – Die Reform der deutschen Rechtschreibung ist fünf Jahre alt, aber nach wie vor hält jeder zweite Österreicher dem "ß und Co" die Treue. Am ehesten nahmen die Jüngeren und die höheren Bildungsschichten die Neuerungen an. Dies geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Spectra hervor.

Befragung

Spectra befragte im Juni des heurigen Jahres einen repräsentativen Querschnitt von 1.000 Österreicherinnen und Österreichern über 15 Jahren. 29 Prozent gaben an, sie würden die neuen Rechtschreibregeln anwenden. Im Jahr 1999 war dieser Anteil noch bei 14 Prozent gelegen.

50 Prozent der Befragten sagten allerdings, sie schreiben nach wie vor in der alten Orthografie. Bei der letzten Befragung vor vier Jahren hatten sich 74 Prozent zur alten Rechtschreibung bekannt. Der Rest der jetzt Befragten machte keine Angaben zu seinen Rechtschreibgewohnheiten.

Unterschiede

Keine wesentlichen Unterschiede, was die Anwendung der alten oder der neuen Rechtschreibung anlangt, gibt es zwischen Männern und Frauen. Hingegen sagten die Unter-30-Jährigen zu 46 Prozent, dass sie die neuen Regeln anwenden. Bei den Über-50-Jährigen liegt dieser Anteil hingegen bei nur 15 Prozent.

Von den Befragten mit Volks- und Hauptschulabschluss schreiben 21 Prozent "neu", bei den Absolventen höherer Schulen steigt der Anteil der Reform-Anwender auf 32 Prozent. Akademiker haben den Umstieg auf die neue Orthografie bereits zu 53 Prozent vollzogen.

Ende der Aufregung

Noch ein interessantes Detail brachte die Befragung zu Tage: 1999 hatten 28 Prozent gesagt, die Rechtschreibreform sei ihnen "egal", jetzt ist dieser Anteil auf 36 Prozent gestiegen. Spectra dazu: "Die Rechtschreibreform ist kein Aufreger mehr". (APA)

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    grafik: derstandard.at
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