Italien: Jackpot wieder nicht geknackt

11. August 2003, 14:38
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Gewinnsumme steigt auf sagenhafte 66 Millionen - Gewann ein Österreicher 900.000 Euro?

Es war eine Ziehung der Rekorde: 103 Millionen gesetzte Zahlenkombinationen und 19,6 Millionen Lottoscheine. Doch auch ein Zuwachs von 15 Prozent konnte den Superjackpot in Italien am Samstag nicht knacken. Der richtige Sechsertipp blieb auch in der 44. Ziehung aus. Vier Spieler allerdings schafften den richtigen 5 + 1-Tipp und gewannen je 899.378 Euro. Einer davon wurde in der Bar Pizzeria Raibl in Tarvis gespielt und könnte von einem der vielen der Österreicher stammen, die in den vergangenen Tagen im Grenzort ihr Glück versuchten.

Der Ansturm war dort so groß, dass in einer der Annahmestellen die Papierrollen für die Lottoscheine ausgingen. „Meine Frau und ich kommen schon seit Tagen kaum mehr zum essen“, seufzt der Inhaber. Doch ihm steht eine heiße Woche bevor. Denn bei der nächsten Ziehung am Mittwoch steigt der Jackpot auf rund 66 Millionen Euro.

Seit Wochen gibt es neben der Hitzewelle nur ein Gesprächsthema in Italien: Superenalotto. „Jetzt kommen immer mehr Touristen. Und eine Menge Leute, die sonst nie im Lotto setzen. Rentner, denen man erst erklären muß, wie das Spiel funktioniert“, erzählt Sante Durante, der in der Nähe des Petersdoms eine Annahmestelle betreibt.

Das Superenalotto ist nur ein Ableger des bei den Italienern außerordentlich beliebten Zahlenlottos. Trotz der hohen Gewinnsummen erwirtschaftet es nur 20 Prozent der Einnahmen der staatlichen Betreibergesellschaft Sisal. 70 Prozent der Einnahmen kommen aus dem Lotto. Eine eigentliche Superenalotto-Ziehung gibt es nicht. Der Sechser-Tipp aus 90 Zahlen, der im Superenalotto nur alle 17 Ziehungen erraten wird, besteht aus den ersten Zahlen der in Italiens größten Städten gezogenen Lottonummern. Die Ziehungen erfolgen am Mittwoch- und Samstagabend. Lottoscheine nehmen die Annahmestellen täglich bis 19.30 an.

Eine Teilnahme über Internet ist noch nicht möglich, da die Durchführungsverordnung zum entsprechenden Gesetz fehlt. Preise gibt es für die richtigen Sechser, Fünfer u. Zusatzzahl, Fünfer, Vierer und Dreiertipps. Die Höhe des Preisgeldes richtet sich nach der Zahl der Teilnehmer. Am Samstag waren es 37.474 Euro für die 96 richtigen Fünfer, 329 Euro für die 10.929 Vierer und 9,96 Euro für die 360.000 richtigen Dreier. Nur diese werde direkt in der Annahmestellen ausgezahlt. Alle anderen Gewinne müssen bei der Lottogesellschaft kassiert werden. Sie werden jener Person ausgezahlt, die den richtigen Schein vorlegt. Die Lottogesellschaft ist zur Wahrung der Anonymität verpflichtet. Der Gewinn ist steuerfrei.

Nur 38 Prozent der Einnahmen werden als Gewinn ausgeschüttet: sie werden zu je 20 % auf die Sechser, 5+1, Fünfer, Vierer und Dreier aufgeteilt. Die Gewinne aus dem Superenalotto werden hauptsächlich für die Restaurierung von Kunstdenkmälern verwendet. Der billigste Lottoschein mit zwei Zahlenkolonnen kostet einen Euro, der teuerste mit 38.760 Kolonnen 19.380 Euro. Die Italiener Spielen gerne in Gruppen. Dazu werden Systeme ausgearbeitet, deren bisher teuerstes vor 10 Tagen 600.000 Euro kostete. Daran beteiligten sich in der Adriastadt Pescara 1000 Spieler mit je 600 €. Der erhoffte Gewinn blieb allerdings aus. Italiens Lotto-Guru Claudio Fagioli hat für Mittwoch ein neues Mega-System angekündigt, das 750.000 Euro kostet. Daran solllen sich 1500 Spieler beteiligen. Die Scheine sind bereits vorgemerkt.

Gerhard Mumelter aus Rom

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Superenalotto

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    Größte Jackpots im internationalen Vergleich - in Millionen Euro

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