DR Kongo: Provinz Ituri kommt nicht zur Ruhe

6. August 2003, 17:08
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Mindestens zehn Tote bei Angriff auf Dorf nahe Bunia - Die meisten Opfer sind Frauen und Kinder

Nyanda - Bei einem Überfall auf ein Dorf im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (RDC) sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Milizionäre hätten am Dienstag das Dorf Nyanda nahe der Provinzhauptstadt Bunia in der Unruheprovinz Ituri angegriffen, sagte ein Sprecher der internationalen Friedenstruppe. Soldaten hätten zehn Erschossene gefunden, die regelrecht "hingerichtet" worden seien; die meisten der Toten seien Frauen und Kinder.

Nyanda liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Bunia, wo seit Juni eine von Frankreich geleitete EU-Eingreiftruppe mit etwa 700 Mann zusätzlich zur UN-Friedenstruppe MONUC im Einsatz ist. Die MONUC ist seit November 1999 in Kongo aktiv.

Bei den brutalen Kämpfen zwischen den Volksgruppen der Hemas und Lendus wurden seit 1999 rund 50.000 Menschen getötet. Nach einem erneuten Aufflammen des Bürgerkriegs in der Ituri-Provinz wurde Mitte Juni eine Friedenstruppe in die Region entsandt. Die UN-mandatierte und von Frankreich geführte EU-Eingreiftruppe "Artemis" soll in der Gegend um die Provinzhauptstadt Bunia Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen verhindern. Die Truppe besteht fast ausschließlich aus französischen Soldaten. Ihr Mandat ist auf die Stadt Bunia und angrenzende Vororte beschränkt. (APA/AFP)

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    Mehr als eine halbe Million Menschen sind seit Beginn der Auseinandersetzungen zwischen den beiden Volksgruppen auf der Flucht.

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