Neue Sterbestudien, neue Euthanasiedebatte

5. August 2003, 20:33
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In Großbritannien und den USA führen Befürworter und Gegner der aktiven Sterbehilfe erneut eine hitzige Debatte

Wien/London/New York - In Großbritannien und den USA führen Befürworter und Gegner der aktiven Sterbehilfe erneut eine hitzige Debatte. Grund sind etliche neue Studien rund um das Thema Sterben, deren brisante Ergebnisse in internationalen Fachmagazinen veröffentlicht wurden.

Die am meisten diskutierte Untersuchung kommt zum Schluss, dass immer mehr unheilbar kranke Menschen im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten, aber ohne Zugang zu aktiver Sterbehilfe einen bisher kaum beachteten Weg finden, um ihr Leben vorzeitig zu beenden: Sie verweigern Essen und Trinken.

Diese Alternative zu herkömmlichen Suizidmethoden verspreche sogar Aussicht auf einen "schönen Tod", weil der Körper in einer solchen Phase selbst für Schmerzlinderung und Euphorisierung sorge, heißt es im angesehenen New England Journal of Medicine. Zudem sei dieser Ausweg völlig legal, Zwangsernährung sei Medizinern in einem solchen Fall strafrechtlich verboten.

Weitere Studien wollen belegen, dass in Europa die Zahl jener Todesfälle unter Krebskranken steige, die aus einer Intervention der Ärzte - etwa durch das Abschalten lebenserhaltender Geräte - resultieren. (fei/DER STANDARD, Printausgabe, 6.8.2003)

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