Ölpreis steigt nach Bombenanschlag in Indonesien

6. August 2003, 18:27
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Höchster Stand seit dem Irak-Krieg

London - Der Ölpreis ist am Dienstag auf den höchsten Stand seit dem Irak-Krieg gestiegen, nachdem der Autobombenanschlag in Indonesien an den Märkten neue Terrorängste ausgelöst hatte. Auch Unsicherheit über die Ölexporte aus dem Irak trug Händlern zufolge zum Preisanstieg bei. "Öl und Terror hängen eng zusammen", sagte der Leiter des Energie-Handels bei Citigroup, Peter Gignoux, in London. Der Preis für die führende Nordsee-Ölsorte Brent stieg am Dienstag um 52 Cent auf 30,05 Dollar (26,52 Euro) je Barrel (1 Barrel = 159 Liter) und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte März.

Zum Anstieg des Ölpreises trugen Händlern zufolge auch Aussagen aus der irakischen Ölbranche bei, wonach es für die Aufnahme der Exporte aus den nordirakischen Ölfeldern noch keinen Zeitpunkt gebe. Ursprünglich wurden die Lieferungen ab Anfang August geplant. Die Pipeline im Norden des Landes kann aber noch immer nicht benutzt werden, um Öl über die Türkei zu exportieren. Vor dem Irak-Krieg liefen etwa ein Drittel der irakischen Ölexporte über die Türkei. Nach Angaben des US-Zivilverwalters im Irak, Paul Bremer, erreichte die irakische Ölproduktion am Freitag 1,2 Millionen Barrel je Tag. Bis Sommer 2004 solle die irakische Ölproduktion auf 2,5 Millionen Barrel je Tag steigen, sagte er.

Die zögernde Erholung der irakischen Ölproduktion trägt Händlern zufolge dazu bei, dass die Öllager-Bestände in den Industrieländern in die Nähe des Rekordtiefs sanken und der Ölpreis weiterhin bei 30 Dollar liegt. Der hohe Ölpreis beeinträchtigt das Wirtschaftswachstum in den Industrienationen. "Wenn auch die Pipeline in Betrieb genommen werden, braucht es nur einen Anschlag, und sie werden wieder geschlossen", sagte Commerzbank-Analyst Steve Turner. (APA/Reuters)

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