Vermittler im Sahara-Drama zu Gesprächen in Bamako

7. August 2003, 21:49
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Algerien droht mit Militärangriff

Bamako - Der von Mali eingesetzte Vermittler im Geiseldrama um die entführten Sahara-Touristen ist am Mittwoch zu Gesprächen in der Hauptstadt Bamako eingetroffen. Offenbar sollte der ehemalige Tuareg-Rebellenführer Iyad Ag Agaly über seine Bemühungen um Kontakt zu den Entführern Bericht erstatten. Ob Agaly mit den Geiselnehmern zusammentraf, wurde nicht bekannt.

"Vermittler Agaly ist in jeden Winkel der Wüste gereist, um nach den Sahara-Geiseln zu suchen", erklärte Kommunikationsminister Gaoussou Drabo. Er bestätigte aber weiter nicht Vermutungen, dass sich die in Algerien verschleppten Europäer mittlerweile im Norden Malis aufhalten. "Wir sind nicht sicher, ob sie auf malischem Territorium sind", sagte Drabo.

Algerien droht mit Militärangriff

Die ermittelnden Behörden haben den Entführern der 14 europäischen Sahara-Geiseln einem algerischen Zeitungsbericht zufolge mit einem Militärangriff gedroht, wenn sie nicht bis Freitag Kranke und Ältere freilassen. "Wenn die sechs kranken Geiseln und die Älteren nicht freigelassen werden, wird eine militärische Lösung die Krise beenden, die bereits viel zu lange dauert", berichtete die Zeitung "El Watan" am Mittwoch unter Berufung auf Sicherheitskreise. In der Gewalt der Entführer sind neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer. (APA/AP/Reuters)

Insgesamt 32 europäische Urlauber wurden im Frühjahr in der algerischen Sahara verschleppt. Im Mai wurden 17 Geiseln durch die algerische Armee befreit, unter ihnen zehn Österreicher und sechs Deutsche. Derzeit sind noch neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer in der Gewalt der vermutlich radikalislamischen Entführer. Eine 46-jährige Deutsche starb an den Strapazen.
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