Sudan: 300.000 Menschen durch Überschwemmungen bedroht

8. August 2003, 10:00
posten

UNO-Welternährungsprogramm schlägt Alarm: Internationale Hilfe unzureichend

Genf - 300.000 Menschen in der Region Kassala im Nordwesten Sudans sind nach Angaben des UNO-Welternährungsprgramms (WFP) von Überschwemmungen bedroht. Nach heftigen Regenfällen war der Fluss Gash vergangene Woche über die Ufer getreten. 70.000 Häuser wurden teilweise oder ganz zerstört.

Die humanitären Organisationen hätten noch nicht alle Schäden ermitteln können, sagte WFP-Sprecherin Christiane Berthiaume. Bis vor Kurzem waren die Straßen wegen des Regens unzugänglich. Die Lebensmittelhilfe wird aus anderen Regionen gebracht. Das reiche aber nicht aus, sagte Berthiaume.

Unterernährungsrate alarmierend

Das WFP unterstützt in Sudan bereits 3,2 Millionen Menschen, die Opfer von Krieg und Dürre im Norden und Süden des Landes sind. Von 130 Millionen Dollar an Unterstützungsbedarf, der im April bekannt gegeben worden war, erhielt die UNO-Organisation bisher erst 40 Millionen.

Diese finanzielle Krise ereigne sich zu einem Zeitpunkt, in dem die Unterernährungsrate ein alarmierendes Ausmaß erreicht habe, sagte Berthiaume. In einigen Gebieten des Landes seien 32 Prozent der Kinder unter fünf Jahren davon betroffen. Berthiaume betonte, das WFP sei gezwungen, die Lebensmittelrationen von Tausenden Menschen zu reduzieren oder ganz zu streichen, wenn die Geldgeber keine weiteren Mittel bereitstellten. (APA/sda)

Share if you care.