Bier oft billiger als Mineralwasser

6. August 2003, 22:18
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Bar-Check in Salzburg zeigt, dass Alkoholfreies rar und teuer ist

Salzburg - In Salzburgs Bars ist Bier zum Teil billiger als Mineralwasser; auch gebe es zu wenig Angebot an nicht-alkoholischen Getränken, kritisierte am Dienstag Salzburgs Konsumentenschutz-Referentin LHStv. Gabi Burgstaller (SPÖ). Nach einer Überprüfung von 31 Lokalen am Rudolfskai in der Stadt Salzburg und im Airportcenter wurde 19 Mal ein Mangel festgestellt. Entweder fehlten eines oder gleich beide Anti-Alk-Getränke oder es wurde nur Mineralwasser und Soda angeboten, die billiger als Alkohol sind.

Die Folge waren acht Organstrafverfügungen und drei Anzeigen bei der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft bzw. beim Magistrat. "So lange die Strafen so niedrig sind und schwer wiegendere Konsequenzen wie der Entzug des Gewerbescheins so selten angewendet werden, wird es diese Missstände weiterhin geben", meinte Burgstaller.

Apfelsaft gespritzt darf nicht teurer als Halbe Bier sein

"Gastgewerbetreibende, die alkoholische Getränke ausschenken, sind verpflichtet, mindestens zwei Sorten kalter nichtalkoholischer Getränke zu einem nicht höheren Preis auszuschenken als das am billigsten angebotene kalte alkoholische Getränk und diese besonders zu kennzeichnen." So verlangt es § 112 der Gewerbeordnung. Das typische "Billig-Getränk" Apfelsaft gespritzt auf eine "Halbe" darf nicht teurer sein als eine "echte" Halbe Bier. Zum Teil waren die Preise für die Konsumenten nicht ersichtlich, weil schlicht und einfach die Getränkekarten fehlten.

Billiger als Wasser

Weiter wurde festgestellt, dass Bier zum Teil billiger ist als Mineralwasser. Das "Seidel" Bier wurde in der "Alkmeile" am Rudolfskai von den Konsumentenschützern schon um billige 1,90 Euro gesichtet. Mineralwasser hingegen kostete fast das Doppelte. Und: Trinken - egal ob anti-alkoholisch oder alkoholisch - ist teuer. Für die "Halbe" Soda nimmt ein Nacht-Betrieb im Airportcenter stolze 3,80 Euro. Die "Halbe" Bier kostet dort 4,20 Euro. In einem anderen Betrieb kostet ein 0,2 Cola sogar gigantische 2,80 Euro. "Das ist erstens ein sehr teures Soda und zweitens kaum ein preislicher Unterschied zum Bier. Jugendliche greifen damit noch leichter zum Alkohol", so Burgstaller. (APA)

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