Neue irakische Polizei zerschlägt vier Kidnapper-Ringe

6. August 2003, 17:29
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Häufige Entführungsfälle in Bagdad versetzten Bevölkerung in Angst

Bagdad - Nach einer Serie von spektakulären Entführungsfällen hat die neu formierte irakische Polizei erste Erfolge beim Kampf gegen das organisierte Verbrechen erzielt. In den vergangenen drei Wochen seien vier Entführer-Ringe zerschlagen worden, sagte der General im Innenministerium Ahmed Ibrahim. Einer der Festgenommenen sei ein Freund von Watban Ibrahim el Tikriti, einem früheren Innenminister und Halbbruder des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein.

Grausame Folterungen

Nach Angaben des US-Beraters im Innenministerium Bernard Kerik hatten die Entführer für die Freilassung ihrer Geiseln Lösegelder von bis zu 30.000 US-Dollar gefordert. Die Geiseln seien teilweise grausam gefoltert worden. Unter anderem hätten die Entführer einer Frau die Fußnägel gewaltsam entfernt. Zu den befreiten zehn Geiseln gehörten auch ein acht Jahre alter Bub sowie zwei Mädchen.

Die Mitglieder der Entführer-Banden stammen nach Angaben von General Ahmed mehrheitlich nicht aus Bagdad, sondern aus anderen Landesteilen. In einer Art Rotationssystem begingen sie ihre Verbrechen in der irakischen Hauptstadt und verschwänden dann wieder.

Die sich häufenden Entführungsfälle hatten die irakische Öffentlichkeit aufgeschreckt. Eltern hatten fortan Angst, ihre Kinder allein zur Schule zu schicken.

Schmugglerwesen im Visier

Wegen der drastischen Verknappung von Dieselkraftstoff, Benzin und Kochgas hat die US-Zivilverwaltung im Irak ein hartes Vorgehen gegen Ölschmuggler angekündigt. Irak, ein klassisches Erdölförderland, müsse wegen Schmuggels, Diebstahls sowie Sabotage derzeit Erdölprodukte aus Jordanien, der Türkei und Kuwait importieren, sagte der Sprecher von US-Zivilverwalter Paul Bremer, Charles Heatley, am Dienstag in Bagdad. Bei dem Schmuggelgut handle es sich um eine Besorgnis erregende Menge.

Nach Angaben des Sprechers wurden bisher mehr als 100 Schmuggelschiffe aufgebracht und mehr als 150 Personen festgenommen. In einer Vielzahl von Fällen handele es sich um kleinere Schiffe, die sich zwischen Fischereibooten versteckten, in iranische Hoheitsgewässer flüchteten und dann internationale Gewässer ansteuerten. Gefasste Ölschmuggler werden nach Angaben des Sprechers vor Gericht gestellt. Die Schmuggelware werde beschlagnahmt. (APA/dpa)

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