Axel Springer setzt Restrukturierung fort

10. August 2003, 17:13
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Zeitungsverlag will zentrale Bereiche nach Berlin verlagern

Die Axel Springer AG ("Bild", "Welt") setzt ihren 2001 eingeläuteten Sparkurs fort. Der größte europäische Zeitungsverlag will zentrale Bereiche mit Steuerungsfunktion für den Konzern sowie Service-Abteilungen von Hamburg nach Berlin verlagern. Über die genaue Vorgehensweise und den Zeitplan werde in den nächsten Wochen entschieden, teilte das Unternehmen mit.

Ziel sei es, mit der Konzentration auf einen Verwaltungsstandort Strukturen zu verschlanken und das Kostenniveau weiter zu senken. Der Standort Hamburg mit der Zeitungsgruppe "Bild", dem "Hamburger Abendblatt" und den Zeitschriftenverlagen bleibe neben München auch weiterhin ein wichtiger Verlagsstandort, hieß es.

Sanierungskurs im Herbst 2001 eingeläutet

Die Axel Springer AG hatte ihren Sanierungskurs im Herbst 2001 eingeläutet und bis Ende vergangenen Jahres zehn Prozent der damals 14 000 Arbeitsplätze abgebaut. Bisher waren davon überwiegend Redaktions- und Verlagsbereiche sowie die Technik betroffen.

Durch Restrukturierung, drastische Kostenreduzierungen in allen Bereichen, Konzentration auf das Kerngeschäft und Personalabbau habe das Unternehmen trotz anhaltender Konjunktur- und Werbeflaute gute Fortschritte bei der Steigerung der Ertragskraft gemacht, berichtete Vorstandschef Mathias Döpfner. Er hatte bei der Hauptversammlung im April für 2003 einen Gewinn auf Vorjahresniveau von 63 Mio. Euro avisiert. 2001 hatte es mit einem Minus von 198 Mio. Euro erstmals in der Firmengeschichte einen Verlust gegeben.

Dauerhafte strukturelle Verschiebungen in den Kernmärkten - vielen Verlagen waren durch das Internet die Rubriken- und Stellenmärkte im traditionellen Zeitungsgeschäft weggebrochen - sowie mittelfristige Erlösperspektiven erforderten noch effizientere Konzernstrukturen, sagte Döpfner. "Vorstand und Aufsichtsrat bekennen sich mit dieser Maßnahme zum Standort Berlin als Sitz des Unternehmens und seiner Geschäftsleitung", ergänzte der Vorstandsvorsitzende. (APA/dpa)

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