Vermehrte Fälle von Lungenentzündungen bei US-Soldaten

6. August 2003, 18:22
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Spezialisten-Team von USA nach Deutschland und in den Irak geschickt - US-Armee schließt´Biowaffen als Ursache der Krankheit aus

Washington - Die USA untersuchen eine Serie mysteriöser Fälle von Lungenentzündungen bei ihren Soldaten im Irak. Wie der US-Sender CNN am Dienstag berichtete, sind dazu zwei Teams von Ärzten in das medizinische Zentrum der US-Streitkräfte in Landstuhl (Rheinland-Pfalz) und in den Irak geschickt worden. In Landstuhl werden den Angaben zufolge mehrere der Erkrankten behandelt.

Wie es weiter hieß, sind rund 100 US-Soldaten im Irak, aber auch in Katar, Kuwait und Usbekistan betroffen. Zwei Amerikaner seien an der Krankheit gestorben. Die meisten Fälle gebe es im Irak.

Die Ärzte sollen die Gründe für die außergewöhnliche Häufung der Krankheitsfälle herausfinden und prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen ihnen besteht. Zwei nach Landstuhl entsandte Ärzte, ein Epidemiologe und ein Spezialist für Infektionskrankheiten sollen sich direkt mit den Patienten befassen und weitere Experten im Irak Boden-, Wasser- und Luftproben entnehmen.

Lungenentzündungen nicht auf Biowaffen zurück zuführen

Die US-Armee hat indessen biologische Kampfstoffe als Ursache der Krankheit ausgeschlossen. Weder Milzbranderreger noch Pockenviren seien für die rund einhundert Fälle verantwortlich, sagte ein US-Armeesprecher am Dienstag. Auch die Legionärskrankheit oder die Lungenkrankheit Sars komme als Ursache für die Erkrankungen nicht in Frage. Seit März erkrankten etwa hundert in der Golfregion stationierte US-Soldaten an einer schweren Lungenentzündung. Zwei der Patienten starben. In der vergangenen Woche hatte die US-Armee im Irak und im US-Militärkrankenhaus Landstuhl in Rheinland-Pfalz die Fälle untersucht.

Die einhundert Krankheitsfälle bewegten sich angesichts der Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten im üblichen statistischen Rahmen, sagte der Sprecher. Die zwei Todesfälle allerdings alarmierten die Verantwortlichen der US-Armee. Die Armeeführung ist besonders wachsam, weil sie eine erneutes Auftreten des so genannten Golfkriegssyndroms verhindern will: Dieses umschreibt eine ganze Reihe unerklärlicher Gesundheitsprobleme wie Kopfschmerzen, Hautausschläge, Atembeschwerden, Schlafstörungen - aber auch Krebserkrankungen und Geburtsschäden bei Kindern von Veteranen. (APA/dpa/AFP)

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