An der Hauptstadt-Regelung wird weiter gebastelt

8. August 2003, 11:08
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Kaum ist die Wiener Verordnung erlassen, soll es schon wieder neue Verhandlungen geben

Wien - Die Wiener Öffnungszeitenverordnung ist kaum verlautbart, da soll es schon neue Verhandlungen rund um den Ladenschluss in der Bundeshauptstadt geben. Die derzeitige Lösung mit der Abendöffnung nur einmal pro Woche sei "noch nicht der Kompromiss, den ich mir vorstelle", sagte Wiens Wirtschaftskammer-Präsident Walter Nettig am Dienstag am Rande einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (S). Es gebe laufend weitere Gespräche, ein Ergebnis erwartet sich Nettig bis Spätherbst.

Gemeinsame Lösung

Nicht festlegen wollte sich Nettig, wie genau ein solches Ergebnis aussehen könnte und wann eine Neuregelung in Kraft treten sollte. Die Wiener Wirtschaftskammer habe jedenfalls ein klares Konzept, betonte er unter Verweis auf die wiederholte Forderung, die Abendöffnung bis 21.00 Uhr von Montag bis Freitag freizugeben und nicht auf einen Tag zu beschränken. Recht wäre ihm außerdem eine gemeinsame Lösung mit den anderen Bundesländern der Ostregion.

Der Wirtschaftskammer-Präsident will seine Position in Einzelgesprächen mit Rieder und Bürgermeister Michael Häupl (S) darlegen. Jegliche Erweiterung müsse aber in Abstimmung von Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Gewerkschaft erfolgen, betonte Nettig: "Was ich nicht will, ist eine so genannte wilde Lösung."

Wunsch nach mehr Liberalisierung

Auch Rieder wünscht sich nach eigenen Angaben eine weitere Liberalisierung, allerdings mit anderen Prioritäten: Über den Sommer werde man Gespräche über die "touristischen Interessenslagen" führen. Es gehe um den "Versuch, Tabus anzuknabbern", kündigte er an - und damit wohl um die umstrittene, von der Wirtschaftskammer abgelehnte Sonntagsöffnung in Tourismuszonen.

Auch sonst hält Rieder Erweiterungsschritte bei der Ladenöffnung für notwendig: "Über das Ende des Jahres hinaus gesehen brauchen wir selbstverständlich eine weitere Liberalisierung, die geordnet abläuft." Dabei werde es wohl auch um die Ausdehnung des derzeit in allen Bundesländern mit 66 Stunden limitierten Wochenrahmens gehen. Dies allerdings nur, wenn für die nötigen Begleitmaßnahmen im Sinne der Arbeitnehmer gesorgt werde, betonte Rieder. (APA)

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