UNO: Irak benötigt mindestens fünf Milliarden Dollar an Spenden

6. August 2003, 09:34
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"Nur für Infrastruktur und Grundversorgung" - Gelder sollen bei Konferenz im Oktober aufgebracht werden

Bagdad - Der Irak braucht der UNO zufolge nur zum Erhalt der gegenwärtigen Infrastruktur und Grundversorgung im kommenden Jahr fünf Milliarden Dollar (4,42 Mrd. Euro) Finanzhilfe. Der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe, Ramiro Lopez da Silva, sagte am Dienstag, von den insgesamt benötigten 20 Milliarden Dollar könne der Irak durch seine Ölwirtschaft 15 Milliarden selbst aufbringen. Die verbliebene Lücke müssten internationale Geldgeber bei einer Konferenz im Oktober aufbringen. Die schlechte Sicherheitslage in dem Land sei jedoch für Investoren eine anhaltend große Sorge.

"Damit hält man die Dinge nur am Laufen", sagte Da Silva. "Wenn man einen merklichen Sprung, einen Quantensprung im Lebensstandard und Lebensbedingungen haben, müsste man sehr viel mehr machen." Auch wenn sich Geldgeber trotz der Sicherheitslage bereit erklärten, Mittel zuzusagen, sei unklar, ob diese dann auch tatsächlich gezahlt werden würden. Viele der nach dem Afghanistan-Krieg zugesagten Mittel seien bisher nicht überwiesen worden.

Da Silva sagte, die Sicherheitslage behindere auch die humanitäre Hilfe. "Es gibt Regionen, wo wir unsere Mitarbeiter nicht hingehen lassen können." Dies sei insbesondere im Norden und Westen von Bagdad der Fall, wo viele Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein wohnten. Seit dem von US-Präsident George W. Bush ausgerufenen Ende der Hauptkampfhandlungen am 1. Mai sind 53 US-Soldaten bei Anschlägen getötet worden. (APA/Reuters)

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