Forstinger denkt wieder an Expansion

5. August 2003, 18:05
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Kfz-Zubehörhändler plant Start in einem Land in Osteuropa

Wien - Der Kfz-Zubehörhändler Forstinger will 2003 "deutlich schwarze Zahlen" schreiben und überlegt eine "massive Expansion" in die osteuropäischen Nachbarländer. Wie der Chef der Forstinger Handels und Service GmbH, Karl-Heinz Wörle, am Dienstag vor Journalisten erklärte, ist das Unternehmen nach der "planmäßigen Abwicklung des Ausgleiches schuldenfrei" und verfügt über Eigenmittel in der Höhe von 4 Mio. Euro, was einer Eigenkapitalquote von rund 20 Prozent entsprechen soll. Der Mitarbeiterstand von 850 und die Filialzahl von 113 Standorten soll beibehalten werden.

Für das Geschäftsjahr 2003 wird ein Umsatz von 125 Mio. Euro angestrebt, was in etwa dem um die Filialreduktion bereinigten Umsatz des Vorjahres entsprechen soll. 2004 soll der Umsatz auf Vorjahresniveau liegen. Ob Forstinger auch in Vorarlberg eine Niederlassung errichtet, wäre noch nicht entschieden, es könne auch sein, dass man in den anderen Bundesländern, wo man bereits aktiv ist, weiter investiert.

Angebot straffen

Welches Land in Osteuropa besonders interessant sind könnte, verriet Wörle nicht, ein Einstieg soll jedenfalls zuerst nur in einem Land erfolgen. Ob über eigenes Kapital oder mittels einer Franchise-Lösung, sei nicht ausdiskutiert.

Künftig werde das Angebot deutlich gestrafft und sich auf die Kernbereiche Autozubehör, Verschleißteile und Tuning konzentrieren. Von ehedem 34.000 Artikeln sollen nur noch 8.500 zum Basisbestand zählen. Die Lieferantenzahl wurde auf 160 mehr als halbiert. Der Abbau des Artikelbestandes und die Neuausrichtung der "desolaten IT-Struktur", so Wörle, seien auch die größten Investitionen momentan.

Werkstättengeschäft wird nicht fortgeführt

Das Werkstättengeschäft wird nicht fortgeführt, denn nach Angaben des Forstinger-Chefs sei eine Auslastung in diesem Geschäftsbereich "sehr schwierig". Statt dessen setzt der Zubehörhändler auf Schnellservices wie "Auspuff, Reifen, Stoßdämpfer, Bremsen und teilweise auch das Pickerl", präzisiert Wörle.

Nächstes Jahr will Forstinger die Preisführerschaft in allen Bereichen garantieren - "ein Discounter wollen wir aber nicht werden", so Wörle. Angeboten werden sowohl preisgünstige No-Name-Produkte wie teure Markenware. Für die Zukunft schließt Wörle auch den Verkauf von Neuwagen nicht aus, eine Entscheidung diesbezüglich soll "innerhalb des nächsten Jahres" getroffen werden.

Fünf Jahre Exitstrategie

Nach der Erfüllung des Ausgleichs im Mai 2003 wurde das Einzelhandelsgeschäft in eine eigene Gesellschaft - die Forstinger Handel und Service GmbH - ausgegliedert. In der Forstinger Handelsgesellschaft mbH, die nun unter ARO Immobilien GmbH firmiert, verblieben die Immobilien, die von der Einzenhandelsgesellschaft gemietet werden.

Im Aufsichtsrat der Forstinger Handel und Service GmbH sitzen neben den Sanierern Erhard Grossnigg und Paul Niederkofler, Collin Schmitz-Valckenberg und Henrik Fastrich sowie der ehemalige OBI-Manager Peter Langer. Die Forstinger Handel & Service GmbH und die ARO Immobilien GmbH gehören einer AAX Beteiligungs GmbH, die wiederum zu je 50 Prozent im Eigentum der Special Situations Venture Partners (SSVP) sowie der Restrukturierungs- und Beteiligungsgesellschaft (REB) steht.

Als Exitstrategie für die Geldgeber nennt Wörle einen Zeitraum von fünf Jahren, "das wissen auch die Mitarbeiter". Danach soll die Forstinger Handels und Service GmbH von einem strategischen Investor übernommen werden.(APA)

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