Israelisch-palästinensische Unterschriftenaktion für Friedensschluss

6. August 2003, 18:26
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"Wenn wir mit hunderttausenden von Unterschriften zu unseren Führern kommen, werden sie handeln müssen"

Jerusalem - Mit einer Unterschriftenaktion wollen einer der führenden palästinensischen Intellektuellen und ein ehemaliger israelischer Geheimdienstchef ihre Führungen zum Friedensschluss bewegen. Sari Nusseiba, Präsident der Al-Kuds-Universität in Ost-Jerusalem, und Ami Ajalon, Ex-Chef des Inlandsgeheimdiensts Shin Bet, veröffentlichten am Dienstag einen entsprechenden Aufruf auf der Titelseite der israelischen Zeitung "Haaretz". In der Vergangenheit hatte die palästinensische "Al Kuds" eine ähnliche Anzeige veröffentlicht.

Unter der Überschrift "Bürger unterzeichnen ein Abkommen" heißt es unter anderem: "Jetzt ist es Zeit für uns, israelische und palästinensische Bürger, den Friedensprozess in die Hände zu nehmen." Ziel der Initiative ist es, möglichst viele Unterschriften für ein Grundsatzabkommen zu sammeln, dass die Einrichtung zweier Staaten vorsieht. "Wenn wir mit hunderttausenden von Unterschriften zu unseren Führern kommen, werden sie handeln müssen."

Palästinensische Flüchtlinge könnten dem Vorschlag zufolge nur in den künftigen palästinensischen Staat zurückkehren und Juden nach Israel einwandern. Der palästinensische Staat müsse entmilitarisiert sein, fordern die Initiatoren. Die endgültigen Grenzen sollen entlang den Linien vom 4. Juni 1967 verlaufen, mit einer Möglichkeit von Gebietsaustausch. Jerusalem soll Hauptstadt beider Staaten werden, die arabischen Nachbarschaften palästinensischer Souveränität und die jüdischen israelischer Oberhoheit unterstehen. Der Tempelberg, von Moslems als "Haram el Sharif" (Edles Heiligtum) verehrt, soll einen unabhängigen Status erhalten. Schließlich sieht der Vorschlag eine Erklärung beider Seiten über ein Ende ihres Konflikts vor. (APA/dpa)

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