"Unlimitiert" - T-Mobile wegen irreführender Werbung verurteilt

22. November 2013, 10:40
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Hatte Kunden zu neuem Tarif gedrängt und Freiminutenbegrenzung im Kleingedruckten versteckt

Wenn Mobilfunker über ihre Tarife sprechen, dann wird es gern einmal etwas undurchsichtig. Wo etwa "unlimitiert" draufsteht, ist nur in den seltensten Fällen auch wirklich "unlimitert" drinnen. Eine Praxis, die der Verein für Konsumenteninformation seit geraumer Zeit anprangert, und nun in einem konkreten Fall auch vor Gericht gebracht hat - und zwar mit Erfolg.

Beispielhaft

Konkret geht es um einen Einzelfall, in dem einem langjährigen T-Mobile/tele.ring-Kunden bei Ankündigung der Vertragskündigung neue Angebote unterbreitet wurden. Darunter der Tarif "Treue Basta Europa", der mit "0 Cent in alle Netze und in die EU um Euro 19,-- im Monat (inkl. Norwegen, Schweiz und Lichtenstein" angegeben war, und für den sich dieser der Kunden schlussendlich tatsächlich entschlossen hat.

Überschreitung

Dass bei diesem Angebot nach den ersten 1.000 Minuten zu anderen Netzen erheblich Mehrkosten anfallen, wurde hingegen erst im Kleingedruckten auf der Rückseite ausgeführt. Genau dieser Umstand veranlasste das Handelsgericht Wien nun dem Kläger recht zu geben, und die Rückerstattung von 632,65 Euro anzuordnen, die durch die Überschreitung dieses Rahmens in Rechnung gestellt wurden.

Einzelfall

Die Formulierungen auf der Vorderseite des Schreibens hätten ein in sich geschlossenes Angebot suggeriert. "Irreführende Werbung in Standardbriefen hat sich hier als Bumerang erwiesen", kommentiert Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI, die Entscheidung des Gerichts. "Es ist jedoch ein Einzelfall, dass Konsumenten dies auch einklagen können. Um solche Werbemethoden erfolgreich abzustellen, wären Instrumente zur kollektiven Rechtsdurchsetzung nötig." (red, derStandard.at, 22.11.13)

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    foto: t-mobile
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