Udo Huber will Schwimm- präsident werden

21. November 2013, 14:38
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Er moderierte die Hitparade und führte den Wiener Sportklub. Der passionierte Schwimmer tritt zur Wahl des Präsidenten an

Wien - "Ich wäre jedenfalls ein Präsident, der selbst auch ein guter Schwimmer war." Und Udo Huber wäre nebenbei der erste Präsident, der "Mister Hitparade" gewesen ist. Wie Huber am Donnerstag dem Standard bestätigte, kandidiert er also für die Funktion des Schwimmverbandspräsidenten. Die Wahl findet am 7. Dezember bei einem außerordentlichen Verbandstag statt. Sie ist notwenig geworden, nachdem Christian Meidlinger Anfang August wegen der Querelen um Dinko Jukic zurückgetreten war.

Im Schwimmverband (OSV) rumort es seit Jahr und Tag. So fordert auch Herbert Kocher, der kürzlich als Präsident der Bundes-Sportorganisation (BSO) antrat, dass "endlich Ruhe einkehrt". Dafür zu sorgen werde die erste Aufgabe der neuen Führung sein. Hubers Kandidatur will Kocher nicht bewerten, informiert ist er, man hat sich am Rande des Fußball-Länderspiels gegen die USA eingehend unterhalten.

Huber (60) sagt, er sei "weder ein hierarchisch gewachsener Funktionär noch Politiker", und er sei "sicher kein Apparatschik". Ihm liege bloß die Schwimmerei am Herzen, und eine gewisse Erfahrung als Funktionär habe er schließlich doch auch vorzuweisen. Ab Juni 2005 fungierte Huber drei Jahre lang als Vizepräsident des Wiener Sportklubs, ab Juni 2008 führte er den Fußball-Regionalligisten weitere fünf Jahre lang als Präsident. Dem Schwimmsport ist er seit seiner Jugend verbunden, er war Anfang der 70er einer der besten (Delfin)-Schwimmer des Landes und Mitglied des Nationalteams, brachte es auf etliche Wiener Landesmeistertitel, trat aber relativ früh zu- rück. Vielleicht war das der Grund dafür, dass es ihn zwanzig Jahre später wieder juckte. Seit 1995 nimmt Huber an sogenannten Masters-Events teil. "Das ist eine schöne Umschreibung für Seniorenturniere." Von den World Sport Games des Askö-Weltverbands in Varna (Bulgarien) brachte er heuer sechs Goldene mit, wobei die Konkurrenz in seiner Altersklasse (AK 60) zumindest in einigen Bewerben überschaubar war. "Über 200 Meter Del- fin war ich der einzige Teilnehmer."

Was Huber, als er zum Schwimmen nach zweijahrzehntiger Absenz zurückkehrte, festgestellt hat? "Dass sich gar nichts verändert hatte. Ich hab genau das vorgefunden, was ich in den 70ern verlassen hatte." Nämlich mangelhafte Infrastruktur, also schwierige Trainingsbedingungen. "Schon wir sind seinerzeit oft ins Ausland trainieren gefahren, weil es daheim einfach nicht gepasst hat." Dort will Huber den Hebel ansetzen. "Schwimmen ist schließlich eine olympische Kernsportart und gewissermaßen ein Volkssport. Jeder Mensch kann schwimmen, viele tun es regelmäßig. Aber Erfolge gibt es nur, wenn auch die Trainingsbedingungen passen."

"Wunderbar", "peinlich"

Das passt zu Forderungen, wie sie etwa auch Dinko Jukic erhebt, den Huber bald treffen will. Dass Peter Schröcksnadel als Mediator zwischen Jukic und dem Schwimmverband vermittelte, findet Huber einerseits "wunderbar". Andererseits sei es "peinlich, dass der OSV den ÖSV-Präsidenten braucht, um etwas zu regeln". Huber will "keinen großen Wahlkampf führen. Wenn die Menschen finden, es ist eine gute Idee, dass ich das mache, dann mache ich es. Wenn nicht, dann nicht." Für ihn könnte ein gewisser Bekanntheitsgrad sprechen. Der hat damit zu tun, dass er 17 Jahre lang die Ö3-Hitparade und zehn Jahre lang Die Großen Zehn im TV moderiert hat. 1997 war damit Schluss, 2012 gab er mit einer Sonntagssendung auf Radio Wien quasi sein Comeback.

Seit Meidlingers Rücktritt von der Verbandsspitze fungiert Birgit Fürnkranz-Maglock als OSV-Präsidiumssprecherin, gut möglich, dass auch sie am 7. Dezember zur Wahl antritt. Das wollte sie am Donnerstag nicht bestätigen. Prinzipiell können Kandidaturen auch noch am Verbandstag selbst bekanntgegeben werden. (Fritz Neumann, DER STANDARD, 22.11.2013)

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OSV

  • Huber will sich für bessere Bedingungen im Training einsetzen.
    foto: orf

    Huber will sich für bessere Bedingungen im Training einsetzen.

  • Gute Leistungen im Becken, Ruhe im Verband. Diesen Aufgaben wird sich die neue Führung zu stellen haben.
    foto: apa/ fohringer

    Gute Leistungen im Becken, Ruhe im Verband. Diesen Aufgaben wird sich die neue Führung zu stellen haben.

  • Udo Huber mit " Die großen Zehn": Die 100. Sendung aus dem Dorian Gray.

     

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