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Stromszenarien der Zukunft

26. November 2013, 00:00
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Oesterreichs Energie hat einen umfangreichen Strategieprozess gestartet. Im Rahmen des 3. Trendforums 2013 wurden vier unterschiedliche Szenarien für 2030 vorgestellt und mit Entscheidungsträgern diskutiert.

Die Energiewirtschaft befindet sich in einem Umbruch. Der Siegeszug der erneuerbaren Energien ist nicht mehr aufzuhalten – bereits 2018 werden sie jüngsten Prognosen zufolge mehr als ein Viertel zum weltweiten Energiemix beitragen.

Wie jede Revolution birgt aber auch dieser Umbau des Energiesystems seine Risiken, von denen die E-Wirtschaft in besonderem Maße betroffen ist. Massive Verwerfungen, die nach einer Lösung verlangen, zeigen sich bereits heute: So stehen etwa die Stromnetze durch die ungebremste Einspeisung aus erneuerbaren Quellen knapp an ihrer Lastgrenze und müssen dringend ausgebaut werden. Die überdimensionale Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland hat zudem zu Marktverzerrungen an den europäischen Strombörsen geführt. Die für die Versorgungssicherheit unabdingbaren konventionellen Kraftwerke können oft nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Als Folge müssen dringend benötigte Investitionen zurückgestellt und Kraftwerkskapazitäten aus dem Markt genommen werden, was wiederum die Versorgungssicherheit gefährdet.

Wird es gelingen, ein neues, einheitliches europaweites Marktdesign zu schaffen, wie es EU-Kommissar Günther Oettinger vorschwebt? Wird es gelingen, die aktuellen Verwerfungen auf den Strommärkten zu beseitigen und damit ein stabiles Versorgungssystem zu schaffen? Wie könnten die entsprechenden Maßnahmen aussehen? Und zuletzt: Mit welchen Herausforderungen muss die E-Wirtschaft dabei rechnen?

Diese Fragen standen im Zentrum des dritten Trendforums 2013 im Ares Tower in Wien, das den bezeichnenden Titel "Strom-Szenarien der Zukunft - Ausblick 2030 trug. Präsentiert wurden vier Szenarien, die mögliche Entwicklungspfade für die Elektrizitätsversorgung aufzeigen und  denkbare Branchenbilder im Jahre 2030 skizzierten. Diese Zukunftsbilder sind das Zwischenergebnis eines Szenarienprozesses, den Oesterreichs Energie gestartet hat, um Klarheit über künftige Entwicklungen zu gewinnen, für die in weiterer Folge entsprechende Strategien ausgearbeitet werden können.

Die vier Szenarien für 2030

Das erste Szenario, der "Hightech-Garten" unterscheidet sich von den drei anderen vor allem dadurch, dass darin eine Abkehr vom Vorrang des Ausbaus der erneuerbaren Energien angenommen wurde. Das Auftauchen einer neuen innovativen Technologie oder eine völlige Veränderung des politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Kontexts haben dabei zu einem völligen Paradigmenwechsel in Fragen der Energieversorgung geführt. Eine sichere Stromversorgung mit günstigen Preisen ist zwar gewährleistet, die plötzlichen Veränderungen haben allerdings neue Machtstrukturen und womöglich neue gesellschaftliche Konflikte zur Folge.

Im zweiten Szenario, das als "Der Dschungel" betitelt wurde, gehen die Experten von einem "Sich-Weiter-Durchwursteln" aus. Die Welt der E-Wirtschaft präsentiert sich im Jahre 2030 als unübersichtlich, ohne einheitlichen Rahmen für den Transformationsprozess in Richtung einer nachhaltigen Energiewirtschaft, mit dominierenden nationalen Einzelinteressen, regionalen Fördersystemen und einer Überregulierung, die den Wettbewerb verzerrt. Der E-Wirtschaft fällt es immer schwerer, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Das dritte Szenario, das den symbolischen Titel "Barockgarten" trägt, skizziert eine Zukunft, in der die Energiepolitik vor allem von nationalen Alleingängen geprägt sich. Der Strom-Binnenmarkt wurde ausgehebelt, es dominieren Abschottung, einzelstaatliche Ökostromregelungen, Bremsen für grenzüberschreitende Stromgeschäfte wurden eingebaut. Im Gegensatz zu Szenario 1 gelingt es dabei der E-Wirtschaft, jederzeit Strom in ausreichender Menge und Qualität zu liefern, wie es moderne Industriestaaten benötigen.

Im vierten Szenario, wofür die Strategieberater das Symbolbild des "Landschaftsgartens" gewählt haben, ist es der EU gelungen, die nationalen Alleingänge einzuschränken und den Energiemarkt europaweit zu koordinieren. Die Unsicherheiten der ersten beiden Szenarien werden dadurch verringert, die Zukunft wird für die E-Wirtschaft planbarer. Der Umbau der Stromversorgung führt zwar zu Belastungen, dafür wird aber die Versorgungssicherheit gewährleistet. Allerdings besteht hier die Gefahr einer Zwei-Klassen-Stromversorgung, bei der es unterschiedliche Stufen der Versorgungssicherheit zu unterschiedlichen Preisen gibt.

Ein Werkzeug für die E-Wirtschaft

"Diese Szenarien sind ein erstes Ergebnis des von uns initiierten, umfangreichen Strategieprozesses, der der E-Wirtschaft ein Werkzeug in die Hand geben soll, um auf die Herausforderungen der Zukunft besser reagieren zu können", erklärte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. "Sie sind als Diskussionsgrundlage gedacht, um gemeinsam Zukunftsstrategien entwickeln zu können, um auf die großen Herausforderungen entsprechend zu reagieren."

"In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen", so Schmidt, "dass es sich dabei weder um Prognosen noch Präferenzen oder Sichtweisen handelt, die wir uns wünschen würden. Im Gegenteil: Diese Szenarien wurden wertneutral auf Basis bestehender Fakten und Zusammenhänge entwickelt, um Entscheidungsträger darauf vorzubereiten, Unsicherheiten, Trendbrüche und allenfalls Extremereignisse rechtzeitig zu antizipieren."


Factbox:

Die Methodik der Szenariotechnik stammt ursprünglich aus dem militärischen Bereich und wurde bald zum fixen Bestandteil beider Bewältigung von ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen. Bei der Szenarioentwicklung kommt es zu einer modellhaften und systematischen Verknüpfung von relevanten Faktoren (Ursache-Wirkungs-Zusammenhang), insbesondere durch die Kombination von Entwicklungsalternativen mit Schlüsselfaktoren. Szenarien sind somit alternative Zukunftsbilder komplexer Systeme.

Alle Informationen zu den Szenarien und den Download des Folders finden Sie unter:
http://oesterreichsenergie.at/medien/publikationen-452/strom-szenarien-ausblick-2030.html

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  • 1. Szenario: "Hightech-Garten"
    foto: oesterreichs energie/ artur bodenstein

    1. Szenario: "Hightech-Garten"

  • 2. Szenario: "Der Dschungel"
    foto: oesterreichs energie/ artur bodenstein

    2. Szenario: "Der Dschungel"

  • 3. Szenario: "Barockgarten"
    foto: oesterreichs energie/ artur bodenstein

    3. Szenario: "Barockgarten"

  • 4. Szenario: "Landschaftsgarten"
    foto: oesterreichs energie/ artur bodenstein

    4. Szenario: "Landschaftsgarten"

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