Großbritannien erlaubt NSA Sammeln von E-Mail-Daten

21. November 2013, 09:17
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Seit 2007 können Amerikaner auch Telefonnummer von britischen Bürgern speichern

Der US-Geheimdienst NSA sammelt E-Mail-Daten von Briten mit der Genehmigung der britischen Regierung. Neben E-Mail-Adressen sollen auch Handynummern gespeichert worden sein – seit 2007. Das geht aus der Veröffentlichung neuer Dokumente von Whistleblower Edward Snowden hervor.

Ohne Verdachtsmomente

2007 soll eine bereits bestehende Erlaubnis soweit erweitert worden sein, als dass die Amerikaner britische Daten auch ohne konkrete Verdachtsmomente einer Person gegenüber speichern können, berichtet der "Guardian". Das britische Außenministerium wollte sich laut BBC zu den "Spekulationen" vorerst nicht äußern.

Zusammenarbeit seit 70 Jahren

Die britische Regierung hat mit der US-Regierung bereits seit über 70 Jahren Vereinbarungen bezüglich einer Zusammenarbeit der Geheimdienste. Das Sammeln von Informationen ohne Erlaubnis des jeweils anderen solle bis zum Jahr 2007 aber nicht Teil des Vertrags gewesen sein. Zuvor wäre eine Speicherung von Daten unmöglich gewesen.

Um den US-Behörden eine reibungslose Assoziation zwischen verschiedenen Verbindungen und Kontakten zu ermöglichen, wurden 2007 die Befugnisse erweitert, denen zufolge die USA E-Mail-Adressen und Telefonnummern der britischen Bevölkerung auch ohne vorherige Absprache speichern und auswerten konnten.

Frage nach dem Motiv

Das Auslesen von E-Mails und das Abhören von Telefonaten soll durch diese Vertragserweiterung aber nicht möglich sein, wie ein Sicherheitsexperte der BBC erklärt. Zu hinterfragen sei aber trotzdem, welches Motiv hinter dieser Entscheidung stehe und warum diese nicht öffentlich kommuniziert wurde.

Neben den Dokumenten zum Jahr 2007 gibt es aber auch eine Notiz aus dem Jahr 2005, der zufolge die USA britische Bürger auch ohne Genehmigung der britischen Behörden überwachen dürfen, falls dies im Interesse der US-Nation sei. Das britische Außenministerium äußerte sich dazu mit den Worten: "Sind Sie kein Terrorist und sind Sie nicht in Kontakt mit einem dieser Leute, werden Sie auch nicht überwacht". (red, derStandard.at, 21.11.2013)

  • Daten britischer Bürger dürfen mit Erlaubnis der Regierung von den USA gespeichert werden
    foto: ap

    Daten britischer Bürger dürfen mit Erlaubnis der Regierung von den USA gespeichert werden

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