In Vergleich zu Kimberger ...

20. November 2013, 17:32
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Im Vergleich zum Automaten Kimberger wirkte sie regelrecht locker und informativ

Im Dunkeln liegt, ob sich beim Plaudermarathon zum Lehrerdienstrecht manch Mitläufer gebärdet hat wie Rob Ford - der Bürgermeister von Toronto, der sein Büro nicht räumen will. In der "ZiB 2" sah der neue Freakweltstar aus, als hätte er einen Tornado verspeist. Zudem benahm er sich, als tobte der Luftwirbel auch in seinem Kopf.

So aber alle (mit dem Lehrerthema Befassten) brav geblieben sind, müssen die - gefühlterweise seit Gründung der Zweiten Republik andauernden - Verhandlungen dennoch eine gute Vorprüfung für Journalistenkontakte gewesen sein.

Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek trug zwar in der "ZiB 2" Spuren der nervenfressenden Verhandlungssessions als elegant unterdrückten Dauerärger im Antlitz. Eine Verbalexplosion war nicht ausgeschlossen, hätte Armin Wolf den Gewerkschaftsnamen Fritz Neugebauer ausgesprochen. So weit wollte er aber dann doch nicht gehen. Ohnedies hat Wolf in gewohnter Form fragend und diesmal auch leicht suggestiv zugelangt (u. a.: "Es gibt sehr, sehr, sehr, sehr viele negative Reaktionen. Liegen Sie nicht mit manchem falsch, Frau Ministerin?"). Am Montag Gewerkschaftler Paul Kimberger getroffen zu haben wirkte womöglich unbewusst nach.

Heinisch-Hosek jedoch gab sich wenig ausweichend. Sie brachte die komplexe Materie zwar mitunter auf einen simplen Gefühlsnenner ("Alles nur für unsere Kinder!"). Im Vergleich zum Automaten Kimberger, bei dem Wolf leider nicht zu Rob Ford wurde, wirkte sie indes regelrecht locker und informativ. So es um Sympathienpunkte geht, hat ihre Methode denn auch weit mehr erreicht, als die Phrasenrepetitionen Kimbergers. Dessen TV-Auftritt war schon der Streik. (Ljubiša Tošic, DER STANDARD, 21.11.2013)

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