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Österreichs E-Wirtschaft investiert in Netze und erneuerbare Energien

20. November 2013, 09:43
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Krise der Strommärkte bewirkte 2012 deutlichen Rückgang bei Kraftwerksinvestitionen.

Die negativen Entwicklungen an den europäischen Strommärkten wirken sich massiv auf die Investitionen der österreichischen E-Wirtschaft aus. Das zeigt der aktuelle Investitionstest von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft für die Jahre 2011 bis 2012. "Die Entwertung der wertvollen Energie Strom verhindert damit Investitionen in Österreich und entzieht der österreichischen Volkswirtschaft wertvolle Wachstumsimpulse", erklärte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie.

Die E-Wirtschaft war dennoch in den vergangenen Jahren eine wichtige Stütze der Konjunktur in Österreich. Während die Investitionen in Österreich, die im Krisenjahr 2009 um 25 Prozent abgestürzt waren, das Niveau von 2008 noch immer nicht zurückerobern konnten, investierte die E-Wirtschaft entgegen dem gesamtwirtschaftlichen Trend weiter auf Rekordniveau, allerdings mit deutlich geändertem Fokus. Die Investitionen der E-Wirtschaft lagen stabil bei 1,5 Milliarden Euro und sichern, bzw. schaffen damit rund 14.000 Arbeitsplätze bei Anlagenbauern, in der Bauwirtschaft und Zulieferindustrie. Der dadurch ausgelöste gesamtwirtschaftliche Produktionseffekt beläuft sich in Summe auf 2,6 Milliarden Euro.

Verschiebung im Investitionsportfolio

Sichtbar werden die Auswirkungen der Krise an den Strommärkten in den Verschiebungen im Investitionsportfolio der E-Wirtschaft. Schmidt: "Während zu Spitzenzeiten im Jahr 2009 noch über 800 Mio. Euro an Investitionen in den heimischen Kraftwerkspark geflossen sind, waren es 2012 rund ein Drittel weniger. Das konnte nur ausgeglichen werden, weil die Netzinvestitionen 2012 infolge der Anforderungen durch den Ausbau der dezentralen erneuerbaren Energien stark gestiegen sind." Die Kraftwerksinvestitionen gingen dagegen um fast 27 Prozent auf 544,5 Mio. € zurück. Insbesondere bei thermischen Anlagen wurden die Investitionen fast völlig gestoppt. Die Netzinvestitionen stiegen dagegen von 2011 bis 2012 um 23 Prozent auf knapp 842 Mio. €. Schmidt: "Damit konnte zwar der Rückgang der Investitionen in Kraftwerke ausgeglichen werden, Österreich entgehen aber fast 200 Millionen an Investitionen, die bei besserer Marktlage denkbar gewesen wären."

85 Prozent der Kraftwerkeinvestitionen für erneuerbare Energien

Die Österreichische E-Wirtschaft investierte 2011 rund 740 Mio. Euro in den heimischen Kraftwerkspark. Von dieser Summe entfielen fast 80 Prozent, nämlich 584 Mio. Euro, auf den Bereich der erneuerbaren Energien, wobei der größte Teil in den Ausbau und Instandhaltung der Wasserkraftwerke floss. Dies entspricht einer Steigerung von 65 Prozent gegenüber dem Jahr 2010. Die Investitionsverteilung zwischen Speicher- und Laufkraftwerken war im Jahre 2011 um 60. Mio. € zugunsten der Speicherkraftwerke verschoben. Rund 152 Mio. Euro wurden zudem in den heimischen thermischen Kraftwerkspark investiert, deutlich weniger als noch im Jahr 2010. Im Jahr 2012 sanken dann die Investitionen in den Kraftwerkspark auf rund 545 Mio. Euro, wobei rund 85 Prozent – 476 Mio. Euro – auf den Bereich der erneuerbaren Energie entfielen. Die Investition in thermische Kraftwerke ging auf rund 70 Mio. Euro zurück und setzte somit den Trend des Vorjahres fort. Schmidt: "Hier zeigt der Ausblick bis 2020 weiter sinkende Investitionsanreize. Ausreichend starke Investitionssignale für Kraftwerke und Speicher sind aber notwendiger denn je, um in Zeiten geringer Verfügbarkeit der volatilen erneuerbaren Energien eine ausreichende Leistungsbereitstellung sicherzustellen."

1,53 Mrd. Euro Investitionen in die Netzinfrastruktur in den Jahren 2011 und 2012

Im Jahre 2011 wurden mehr als 680 Mio. Euro in den Ausbau und die Instandhaltung der Netzinfrastruktur investiert. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber 2010 von rund 10 Prozent. Es entfielen, nahezu ident wie im Jahre 2010, 19 Prozent der Netzinvestitionen auf

das Übertragungsnetz sowie 81 Prozent auf die Verteilungsnetze. Im Jahre 2012 fand ein deutlicher Anstieg der Investitionen statt. Bei Übertragungsnetzen ergab sich ein Plus von 19 Prozent gegenüber 2011, bei Verteilnetzen lag die Zunahme sogar bei 24 Prozent. Schmidt: "In Österreich wird Strom 99,99 Prozent des Jahres störungsfrei geliefert, das ist ein Spitzenwert bei der Verfügbarkeit von Strom."

Volkswirtschaftliche Effekte der Investitionstätigkeit

Jeder in der Stromwirtschaft investierte Euro führt zu Produktionseffekten von fast zwei Euro in anderen Bereichen der österreichischen Wirtschaft. Das belegte eine Input-Output Analyse des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) in einer Studie im Auftrag von Oesterreichs Energie. Schmidt: "Österreichs E-Wirtschaft ist damit eine Basisindustrie, die wichtige Vorleistungen aus anderen Industriesektoren erfordert. Denn die Investitionen der E-Wirtschaft ziehen weitere Investitionen in vorgelagerten Industrien, wie etwa der Baubranche und in der Zulieferindustrie, nach sich. Auf dieselbe Weise schafft jede Mrd. Euro, die durch die E-Wirtschaft investiert wird mehr als 9.000 Arbeitsplätze alleine in Österreich."

Als Infrastruktursektor ist Österreichs E-Wirtschaft wesentlicher Impulsgeber für das volkswirtschaftliche Wachstum im Land und ein wichtiger Faktor für die Erhaltung des attraktiven Wirtschaftsstandorts Österreich. Insgesamt werden bei einer jährlichen Produktionsleistung von rund 13 Mrd. Euro 2,8 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Produktion und 1,5 Prozent der heimischen Wertschöpfung direkt im Stromsektor erbracht. Hinzu kommt, dass jeder Arbeitsplatz in der E-Wirtschaft selbst weitere eineinhalb Dauerarbeitsplätze in anderen Branchen sichert. Die Investitionen in die heimische Elektrizitätsversorgung von über drei Mrd. Euro von 2011 bis 2012 sicherten rund 28.000 Arbeitsplätze in Österreich und führten zu einem Produktionseffekt von 5,6 Mrd. Euro, wovon 3,7 Mrd. Euro auf die heimische Wertschöpfung entfallen.

12,6 Mrd. Euro Investitionen bis 2020 geplant

Die österreichische E-Wirtschaft plant Investitionen in einem Umfang von 12,6 Mrd. Euro. Diese sollen insbesondere in den Ausbau der Wasserkraft, sonstiger erneuerbarer Energiequellen und den Ausbau und die Instandhaltung der Übertragungs- und Verteilnetze fließen. Schmidt: "Die Investitionen in zusätzliche Kapazitäten und den Ersatz und die Erneuerung von Anlagen sind unverzichtbar, um den steigenden Strombedarf in Zukunft zu decken und um die Umsetzung der EU-Klimaziele überhaupt erreichen zu können. Gleichzeitig kann nur so eine gesicherte und von Importen möglichst unabhängige Stromversorgung Österreichs gewährleistet werden."

4,8 Mrd. Euro Investitionen in umweltfreundliche Stromerzeugung

Fast 40 Prozent der gesamten Investitionssumme bis 2020 fließen in den Ausbau der Kraftwerkskapazitäten für eine nachhaltige und umweltfreundliche Energieversorgung. Der größte Anteil entfällt dabei mit 3,5 Mrd. Euro. auf Projekte im Bereich der Wasserkraft, 1,1 Mrd. Euro fließen in Windkraftwerke sowie 171 Mio. Euro in den Ausbau von Photovoltaik und sonstigen erneuerbaren Energiequellen.

Zwei Millionen Tonnen CO2 gespart

Derzeit sind Wasserkraftwerke mit einer jährlichen Gesamtleistung von 5.400 MW in Planung oder Bau (inklusive Erneuerung und Erweiterung bestehender Anlagen). Davon entfallen rund 700 MW auf Laufwasserkraftwerke und 4.700 MW Pumpspeicherkraftwerke. Daraus ergeben sich rund 4.000 GWh zusätzlicher Erzeugung aus natürlichem Zufluss. Im Bereich der neuen erneuerbaren Energien sind weitere 930 MW an Windkraftanlagen, 9 MW Fotovoltaik und drei MW Biogasanlagen in Planung. Insgesamt können durch den Ausbau dieser Kraftwerkskapazitäten mehr als zwei Mio. Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz durch die österreichische E-Wirtschaft geleistet werden.

7,1 Mrd. Euro Netzinvestitionen in die Versorgungssicherheit

Um die Netzqualität weiterhin so hoch zu halten, sind bis 2020 Investitionen im Ausmaß von 7,1 Mrd. Euro in die Netzinfrastruktur geplant. Davon entfallen 2,3 Mrd. auf Projekte im Hochspannungsbereich der Übertragungsnetze sowie 4,8 Mrd. Euro auf das österreichische Verteilnetz. Schmidt: "Mit diesem Investitionsvolumen leisten die heimischen Netzbetreiber nicht nur einen Beitrag zur Sicherung der Versorgungsqualität, sondern rüsten sich auch für die Herausforderungen der Zukunft, die auf den Netzbereich durch den weiteren europaweiten Ausbau der erneuerbaren Energien zukommen." Nur wenn die E-Wirtschaft mit dieser Innovations- und Investitionsoffensive in die Netzinfrastruktur die Basis dafür legt, wird eine nachhaltige Energieversorgung möglich sein, die auf dezentralen Erzeugern und intelligenter Netzsteuerung beruht. Die tatsächlichen Kosten für die Einführung von Smart Meter und Smart Grids sind derzeit allerdings noch nicht exakt vorhersehbar und können das Investitionsvolumen noch signifikant erhöhen. 


Über Oesterreichs Energie
Oesterreichs Energie vertritt seit 1953 die gemeinsam erarbeiteten Brancheninteressen der E-Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Als erste Anlaufstelle in Energiefragen arbeiten wir eng mit politischen Institutionen, Behörden und Verbänden zusammen und informieren die Öffentlichkeit über Themen der Elektrizitätsbranche.
Die rund 140 Mitgliedsunternehmen erzeugen mit knapp 21.500 Mitarbeitern mehr als 90 Prozent des österreichischen Stroms und betreiben die Transport- und Verteilnetze Österreichs. Die Stromproduktion der Mitglieder von Oesterreichs Energie erreichte 2012 rund 65 Milliarden Kilowattstunden, davon 65 Prozent aus nachhaltiger Wasserkraft.

 

  • Investitionen der E-Wirtschaft seit 2001
    foto: oesterreichs energie

    Investitionen der E-Wirtschaft seit 2001

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