"Need for Speed: Rivals": Alter Spaß auf neuen Rädern

20. November 2013, 08:41
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Neuster Teil von Ghost Games baut bekanntes Grundgerüst aus und verschmilzt Online- und Offline-Spiel weiter

"Need for Speed", dessen erster Teil im Jahr 1994 erschienen ist, gehört wohl zu den ältesten Rennspielserien überhaupt. 20 Umsetzungen gab es seitdem für verschiedenste Plattformen. Mit "Need for Speed: Rivals" fährt die neueste Ausgabe am 21. November im Handel vor. Mittlerweile haben auch die ersten Gaming-Seiten ihre Rezensionen online geparkt.

In den letzten Jahren hatte der einst von Pioneer Productions entwickelte Titel eine bewegte Geschichte als "heiße Kartoffel" hinter sich, hält man bei GamesRadar fest. Sowohl der EA-eigene Entwickler Black Box, als auch Criterion Games ("Burnout") und die Slightly Mad Studios durften schon Hand an das Franchise legen, ehe EA nun Ghost Games ins Boot geholt hat.

Solide Arbeit

Und dort hat man, hier ist man sich mit AusGamers und GameSpot einig, solide Arbeit abgeliefert. "Rival" wirft den Spieler in eine offene Welt, Redview County, in der die Grenzen aus Einzel- und Mehrspielermodus möglichst verschwimmen sollen. Ghost Games ist es gelungen, diese einladend zu gestalten und zu Erkundungsfahrten, Rennen und waghalsige Verfolgungsjagden zu laden.

Gelobt wird dabei das Interface. Dieses liefert Geschwindigkeit, Schadensanzeige, Minimap, Rückspiegel und Missionsziele. Die Elemente werden aber weitestgehend transparent dargestellt und stören nicht. Wer sich verfährt, kann einfach den EasyDrive-Modus einschalten, der interessante Punkte auf der Karte markiert und den schnellsten Weg zum nächsten Ziel errechnet.

Die eher vernachlässigenswerte Kampagnen-Geschichte erzählt vom mysteriösen Zephyr, der sich alleine gegen die Polizei stellt, weil er seine Heldentaten und Coups filmen und damit online zu Ruhm kommen möchte.

Score-Wette

Dafür ist man vor allem damit beschäftigt, den Behörden auf die spektakulärst-mögliche Weise zu entrinnen. Jederzeit können sich die Gesetzeshüter dem Spieler an die Fersen heften. Je länger die Verfolgungsjagd dauert, desto mehr "Heat" sammelt der Spieler. Mit jedem Sprung des "Hitzelevels" werden die Verfolger aggressiver und der Score-Multiplikator verdoppelt sich.

Hier hat Ghost Games eine Art "Wettsystem" integriert, "Risiko versus Belohnung" nennt es GameSpot. Dem Spieler steht es jederzeit frei, Gegenmaßnahmen (etwa Schockwellen zur Verlangsamung) zu ergreifen und die Verfolgungsjagd fortzusetzen, oder sich in einen sicheren Unterschlupf zurückzuziehen und die Punkte auf sein Konto gutschreiben zu lassen – dann beginnt die Zählung bei der nächsten Verfolgung aber wieder von neuem. Einen Mittelweg gibt es nicht: Wer von der Polizei erfolgreich gestellt wird, verliert alle gerade erfahrenen Punkte.

Neben diesem Modus gibt es freilich auch normale Rennen und andere schon aus vorherigen "Need for Speed" bekannte Bewerbe. Diese sind auf Karte in Form von Eventpunkten verteilt. Hier fehlt es auf Dauer an Abwechslung, trotz wechselnder Locations.

Multiplayer-Vorteil und Gummiband-KI

Spielt man online, sind die Straßen auch von anderen Spielern belebt, die mitunter gerade selbst mit einer Aufgabe oder einem Rennen beschäftigt sind, in das man zufällig geraten kann (was jedoch auch offline passieren kann). Da man auch in die Rolle eines Gesetzeshüters schlüpfen kann, spielt man mitunter "Jäger und Gejagter" ohne Beteiligung der künstlichen Intelligenz, was das Geschehen wesentlich spannender macht.

Denn in die Entwicklung der computergesteuerten Verkehrsteilnehmer hat man bei Ghost Games offenbar nicht viele Ressourcen gesteckt. Bei Verfolgungen und Rennen zeigt sich das gängige "Gummiband"-Muster. Fällt man als menschlicher Spieler zurück, kann man die Gegner stets nach wenigen Kurven wieder einholen. Legt man eine perfekte Fahrt hin, kleben sie dem Spieler trotzdem beständig an der Stoßstange.

Technisch gut umgesetzt

In technischer Hinsicht hat man bis auf vereinzelte Bugs sonst gute Arbeit abgeliefert, lobt GamesRadar. EAs "Frostbite 3"-Engine zaubert sehr schöne, aber auch auf der PlayStation 4 noch nicht ganz Next-Gen-reife Landschaften und Wettereffekte auf den Schirm, letztere können sich mitunter sehr spürbar auf Fahrverhalten und Rennergebnis auswirken. Die Autos reagieren gut auf die Steuerung, Drift- und Wendemanöver gehen leicht von der Hand.

Eigene Autos können, wie üblich, aufgemotzt und individualisiert werden. Im Vergleich zu anderen "Need for Speed"-Teilen der letzten Jahre halten sich die Möglichkeiten aber in engerem Rahmen. Freilich

Unterhaltsame Fortsetzung

Am Ende steht mit "Need for Speed: Rivals" ein Spiel, dass im Grunde fortsetzt, was "Hot Pursuit" einst angefangen hat. Im Vergleich zu den Vorgängern wurde die Grenze zwischen Einzel- und Mehrspielermodus weiter verwischt, von den Verfolgungsjagden abgesehen fehlt es aber an größeren Neuerungen. Wenig überzeugen kann die Hintergrundgeschichte, und besonders als reines Einzelspielererlebnis schleicht sich fallweise Eintönigkeit ein, weswegen Online-Ausflüge die bessere Wahl sind. Trotz der erwähnten Schwächen handelt es sich um einen unterhaltsamen Titel, der Freunde der Serie aber auch die meisten Rennspielfreunde zufrieden stellen dürfte. (red, derStandard.at, 19.11.2013)

  • "Need for Speed: Rivals" erscheint am 21. November für PC, Xbox 360, PlayStation 3, Xbox One und PlayStation 4.
    foto: ea

    "Need for Speed: Rivals" erscheint am 21. November für PC, Xbox 360, PlayStation 3, Xbox One und PlayStation 4.

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